Rundbrief

Schweiklberger Heimatnachrichten geschrieben vom Schweiklberger Chronisten Pater Matthäus Kroiss OSB und P. Prior Adm. Richard Multerer OSB 

 

Liebe Mitbrüder, Freunde und Wohltäter

 

Seit dem Erscheinen des letzten Rundbriefes hat sich viel Berichtenswertes ereignet. Drei zukunftweisende Wahlen haben stattgefunden. Im Januar dieses Jahres musste in der Kongregation der Missionsbenediktiner von St. Ottilien ein neuer Präses gefunden werden, nachdem Abtpräses Jeremias Schröder in Rom zum Abtprimas des Benediktinerordens gewählt worden war. Die Wahl, die in der Abtei Waegwan in Südkorea stattfand, fiel auf P. Javier Aparicio Suárez (56) von der Erzabtei St. Ottilien, den bisherigen Missionsprokurator der Kongregation. Die Schweiklberger „Wahlmänner“ waren Subprior Br. Leo Horochlin und Br. Paul Punnamannil.

An der Wahl des Bundeskanzlers und der neuen Regierung Ende Februar, haben wir uns alle beteiligt, die meisten per Briefwahl. Da wir eine international zusammengesetzte Gemeinschaft sind, können wir mit dem Ausgang der Wahl einigermaßen zufrieden sein.

Mehr gefreut haben wir uns über die Wahl des Kardinals Robert M. Prevost OSA zum Nachfolger von Papst Franziskus. Mit ihm hat wieder ein Ordensmann, und zudem ein leibhaftiger und erfahrener Missionar, als oberster Hirte die Leitung der Kirche übernommen. Das erstaunlich große Interesse an seiner Wahl, und zuvor schon die Ehrerbietung, die von allen Seiten dem verstorbenen Papst Franziskus entgegengebracht wurde, lassen erkennen, dass die Kirche, oder besser gesagt Jesus Christus, der Herr der Kirche, auch den Menschen unserer Tage noch etwas zu sagen hat.

Wie schon im letzten Rundbrief erwähnt, ist mit der Ankunft eines jungen Mitbruders aus unserem Kloster in Kerala, Br. Anselm Cheeramkuzhiyil (26), neues Leben in Schweiklberg eingekehrt. Br. Anselm bereitet sich zur Zeit an der Sprachschule „Horizonte“ in Regensburg auf das Studium der Theologie am Rudolphinum vor.  Bei den Barmherzigen Brüdern hat er Aufnahme gefunden; An den Wochenenden ist er aber in der Abtei.

Angesichts der Altersstruktur unserer Gemeinschaft ist uns der junge Mitbruder natürlich sehr willkommen. Ich darf hier erwähnen, dass im Laufe dieses Jahres vier Schweiklberger Patres und Brüder ihr 85. Lebensjahr vollenden werden. Nicht zu erwähnen brauche ich, dass uns auch Krankheiten heimgesucht haben. Gebet und ärztliche Kunst haben aber Gott-sei-Dank oft die ersehnte Besserung erbracht.

Neues Leben ist auf dem Schweiklberg auch dadurch eingekehrt, weil unser Gästehaus und die Cafeteria im März bzw. im Mai unter neuen Pächtern wieder ihre Tore geöffnet haben. Für unseren Gemüsegarten suchen wir immer noch einen neuen Betreiber. Die Übernahme unserer Realschule durch eine Stiftung, unterstützt von Landkreis, Diözese Passau und Stadt Vilshofen, ist für Anfang   2026 vorgesehen. Was den Abbau von Kies auf unserem Grundstück in Sandbach angeht, wartet der Investor immer noch auf die Genehmigung.

Von den musikalischen Aufführungen in unserer Abteikirche sei nur die immer gut besuchte „Schweiklberger Orgelnacht“ erwähnt. Zum ersten Mal hat sie übrigens unter eigener Regie stattgefunden. Dem Organisator, Herrn Alexander Pritzl, Organist am Kollegiatstift Alte Kapelle in Regensburg, gelang es drei renommierte Organisten für das Konzert zu gewinnen: Prof. Norbert Düchtel, Regensburg, Florian Schuster Oberviechtach und Maximilian Berzon Köln.

Von den Gästen in letzter Zeit seien nur zwei erwähnt: Abt Javier A. Suárez OSB, der neue Präses unserer Kongregation, feierte mit uns das Osterfest. Er war auf der Suche nach Ruhe und Erholung, hat aber dabei vermutlich auch eines seiner Sorgenkinder besser kennenlernen wollen. Als lieben Mitbruder und Gast konnten wir nach Ostern Abt Octavian Massingo OSB von Hanga/Tansania in Schweiklberg begrüßen. Dies gab uns die Gelegenheit, ihm dafür zu danken, dass er seinen Mitbruder, Pater Fraternus, als Missionar nach Niederbayern gesandt hat, und ihn auch weiterhin bei uns belassen wird.

Österliche Grüße

Pater Matthäus OSB

 

P. S. Mitgeteilt sei, dass die Jahreshauptversammlung unseres Mariahilf-Missionsvereins am Sonntag, den 29. Juni 2025, stattfinden wird – im Anschluss an das Konventamt um 9:00 Uhr.

Liebe Mitbrüder, Freunde und Wohltäter!

Ein Jahr ist es her, dass Bundeskanzler Olaf Scholz im Bundestag die Feststellung traf, dass sich die Zeiten grundlegend geändert haben. Den Grund dafür sah er in Putins Angriffskrieg auf die Menschen in der Ukraine, und damit
auch auf die ganze westliche Welt und ihre Werte. Seitdem habe man keine Konsequenzen daraus gezogen, meinen einige, andere glauben, dass sich schon etwas geändert hat: Die Verteidigungsbereitschaft in Europa, die Reaktionen seitens der Regierung auf die Energiekrise und die Inflation, muss man wohl dazu zählen. Die Krise, die die Corona-Pandemie obendrein ausgelöst hat, gilt inzwischen allgemein als überwunden. Auch im Kloster war unser Leben stark davon betroffen, sodass wir mit großer Erleichterung zur Normalität zurückkehrten. Einige Mitbrüder haben sich freilich an den Ausnahmezustand gewöhnt, desinfizieren immer noch fleißig die Hände, halten Abstand und tragen vorsichtshalber den Mundschutz.

Gegen Ende des Jahres 2023 lag in unserer Gemeinschaft etwas in der Luft, was man als gespannte Erwartung bezeichnen könnte, ausgelöst vom ungewissen Ausgang der Wahl des Oberen. Die dreijährige Amtszeit des Paters Prior Administrator, P. Richard Multerer OSB, endete Mitte Dezember. Sich auf das Weihnachtsfest vorzubereiten halfen uns die Jahresexerzitien in der zweiten Adventswoche, begleitet von P. Augustinus Weber OSB, Spiritual bei den Benediktinerinnen von Tettenweis, der uns ein vertieftes Verständnis der Psalmen vermittelte, unseres alltäglichen Gebetes. Die Vigil und die „Mitternachtsmesse“ um 21:30 Uhr am 24. Dezember war sehr gut besucht.
Die Wahl des neuen Oberen, der der Abt-Präses der Kongregation vorstand, war auf den 29. Dezember festgelegt worden. Die Gemeinschaft entschied sich für eine Fortsetzung der Amtszeit von P. Prior Administrator, der wegen des fortgeschrittenen Alters zwar Bedenken hatte, aber in der Hoffnung auf baldige Ablösung dann doch die Wahl annahm.

Am letzten Tag des Jahres 2022 ist Papst Benedikt XI. im hohen Alter von 95 Jahren zu seinem Herrn und Schöpfer heimgegangen. Eine Delegation von Mitbrüdern feierte am 7. Januar das Requiem im Dom zu Passau mit, bei dem Bischof Stefan Oster den verstorbenen Papst em. als herausragende Persönlichkeit der Kirche und Zierde unserer Diözese würdigte.

Als schmerzlich empfunden haben wir Anfang des Jahres noch einen anderen Abschied: Aufgrund der schrumpfenden Zahl der Mitbrüder, mussten wir unser Gästehaus St. Benedikt in andere Hände übergeben. Wir waren aus Spargründen gezwungen die Zahl der Angestellten zu reduzieren. Der Pächter hat das Haus unter dem neuen Namen „Klosterhof Schweiklberg“ am 1. Februar als Gäste- und Tagungshaus neu eröffnet. Eine Umstellung, die Sinn macht, aber an die wir uns erst noch gewöhnen müssen. Fast ebenso einschneidend ist die Schließung unseres Klosterladens, der aber keine so lange Tradition hat. Erst vor 20 Jahren wurde er, zusammen mit einer Cafeteria, in einem Neubau an der Schule eingerichtet. Herr Andreas Hofmann, der Pächter unseres Gästehauses, hat auch dieses Gebäude übernommen und darin das „Terrassen-Kaffee Schweiklberg“ mit neuen Öffnungszeiten und einem reichhaltigerem Angebot eröffnet. Wie nicht anders zu erwarten war, haben uns bereits mehrere Kunden wegen der Schließung des Klosterladens ihr Bedauern bekundet.

Das überaus bunte Faschingstreiben, mit aufwendigen Umzügen, in den umliegenden Dörfern, sei noch erwähnt. Ein Nachholbedarf an Lebenslust und Lebensfreude nach den Einschränkungen wegen Corona, war nicht zu übersehen. Wir haben uns da zurückgehalten, um die Fastenzeit zu ihrem Recht kommen zu lassen. In diesen Tagen mit einem etwas ernsteren Charakter, kam für Br. Clemens die traurige Nachricht, dass sein Vater im Krankenhaus Weiden gestorben war. Am 23. Februar fuhr P. Prior Administrator mit ihm zur Beerdigung nach Pleystein, und feierte dort für den lieben Verstorbenen das Requiem. P. Prior und P. Matthäus begleiteten ein paar Tage früher Schwester Michaela Brummer OSB auf ihrem Weg zum Grab. Mit Sr. Michaela (85) ist nun die letzte der Neustifter Schwester gestorben, die lange Jahre bei uns im St. Beda Haus für Ordnung gesorgt haben. Erwähnt sei auch noch, dass unser Pater Stephan Raster zwei Herzklappen OP gut überstanden hat, und auf dem Weg der Besserung ist. Er kann bereits wieder in Schönerting, und sonntags hier im Kloster, die heilige Messe feiern.

Eine besinnliche restliche Fastenzeit und ein frohes Osterfest wünschen allen Leserinnen und Lesern der Heimatnachrichten

P. Matthäus Kroiss OSB und Co-Autor P. Richard Multerer OSB

 

Liebe Mitbrüder, Freunde und Wohltäter!

Das Jahr des Herrn 2022 neigt sich dem Ende zu und es wird Zeit, die Ereignisse der letzten Monate, die unsere Gemeinschaft tangiert haben, aufzuschreiben. Seit mehr als zwei Jahren berichten die Medien fortlaufend über die Ausbreitung des Covid19 Virus, von der Corona-Pandemie also, die viele Menschen hart getroffen hat. Dank der guten Versorgung durch den Hausarzt, ist unsere Gemeinschaft glimpflich davongekommen, freilich nur bis Anfang Oktober, als die Hälfte der Mönche sich mit einer Omikron Variante infizierte und sie sich in Isolation begeben mussten. Zehn Tage später waren alle Mitbrüder negativ getestet und durften wieder am Gemeinschaftsleben teilnehmen. In diesem Zusammenhang müssen gleich noch zwei weitere Krankheitsfälle angeführt werden: Kurz vor dem Pfingstfest erlitt unser Pater Benedikt (66) einen Schlaganfall, und ist seitdem in Behandlung. Seine Seelsorgearbeit als Pfarrvikar des Pfarrverbandes Schöllnach/Außernzell/Riggerding musste Pater Benedikt aufgeben, erfreulicherweise kann er aber inzwischen, an Sonntagen, das Predigeramt in der Abtei wieder übernehmen. Dann zu unserem Pater Stephan (86): Ihn brachte der Krankenbruder am 23.08. ins Klinikum Passau, da eine Herzoperation (Herzklappe OP) unumgänglich geworden war – sehr zum Leidwesen seiner Christen in Schönerting und unserer 07:00 Uhr-Sonntagsmesse-Besucher. Einige Gottesdienste mussten notgedrungen ausfallen, während Pater Stephan auf REHA war.

Nicht nur einige Male ausgefallen ist in letzter Zeit der „Schweiklberger Gebetskreis“, er musste aufgrund des sich verschlechternden Gesundheitszustands des Leiters, unseres Pater Matthäus (75), ganz eingestellt werden. Über dreißig Jahre lang durfte sich, dankenswerterweise, unsere Gemeinschaft dieser Gebetsunterstützung erfreuen.

Unter den anderen größeren Ereignissen in letzter Zeit, die unsere Gemeinschaft betrafen, muss nicht unbedingt der Tod der britischen Königin Elisabeth II erwähnt werden, schon eher das Generalkapitel unserer Kongregation, das vom 17.09. bis 29.09 in St. Ottilien stattgefunden hat. Unsere Gemeinschaft hatte sich Hoffnung auf personelle Verstärkung gemacht, ganz mit leeren Händen sind dann unsere Delegierten von St. Ottilien nicht zurückgekommen. Der Delegierte der Abtei Mvimwa/Tansania, Br. Mathias, sowie P. Prior Administrator Bonifaz und P. Raphael aus der Abtei Inkamana/Südafrika waren im Anschluss an das Generalkapitel für ein paar Tage unsere Gäste. Über die Einladung zur Feier des großen Jubiläums (100 Jahre Missionsarbeit im Zululand) am 05. November 2022, die P. Prior Bonifaz überbrachte, freute sich besonders unser Missionsprokurator. Am 02. November trat er die Reise an, um unsere Abtei, die 16 Missionare in die Zululand-Mission entsandt hat, bei der Jubiläumsfeier zu vertreten.

Von nicht geringer Bedeutung für unser Kloster war der Besuch von Abt-Präses Jeremias Anfang November, bei dem es um die anstehende Wahl eines neuen Oberen für unsere Gemeinschaft ging. Die dreijährige Amtszeit von P. Prior Administrator Richard Multerer OSB endet am 16. Dezember 2022. Die Wahl des neuen Oberen wurde auf den 29.12.22 gelegt.

Im Folgenden kurz noch weitere erwähnenswerte Ereignisse:
Die in den letzten Jahren zweimal ausgefallene Fußwallfahrt unseres Konventes am Vortag des Pfingstfests, wurde heuer wieder aufgenommen. Allerdings pilgerten wir nicht mehr zur Muttergottes nach Sammarei ins Wolfachtal, wie früher. Der 15 km lange Weg dorthin wurde für viele Mitbrüder zu beschwerlich. Am 28. August pilgerten wir, d.h. diejenigen von uns, die sich die 6 km Fußweg zutrauten, zusammen mit einigen anderen Gläubigen, die Vils aufwärts nach Schönerting., zur „Muttergottes im Rosenhaag“. Dieser Wallfahrtsort hat früher einmal Pilger von weit her angezogen, sogar aus dem Böhmerwald. Nun haben wir beschlossen, in Zukunft unsere Anliegen alljährlich der Muttergottes in Schönerting zu Füßen zu legen.

Acht Tage darauf bot sich uns die Gelegenheit den Segen eines Neupriesters zu empfangen. Pater Pius Görres, ein Passionist aus Eichstätt, hielt bei uns Nachprimiz. P. Pius ist ein Kommilitone unseres Fraters Johannes am Priesterseminar in Regensburg. Mitstudenten von Frater Johannes sind öfters bei uns zu Gast. So Ende Juli auch P. Gregor von der Abtei Metten, der fünfzig Ministranten und Ministrantinnen aus der Pfarrei St. Martin in Deggendorf ein mehrtägiges Zeltlager-Ferienerlebnis bei uns ermöglichte.

Unsere Realschüler brachen am Abend des 09. Oktober mit fünf Bussen zu einer mehrtägigen Romfahrt auf. Es war schon zum zweiten Mal, dass unsere Schule den Schülern eine solche unvergessliche Erkundung der "Ewigen Stadt" ermöglichte, eingeschlossen eine Begegnung mit dem Heiligen Vater bei der Generalaudienz.

Einstimmen auf die Adventszeit konnten wir uns bei Konzerten von Chören aus Vilshofen/Donau: Die „Chorifeen“ aus Alkofen sangen eher herbstliche Lieder, der Singkreis Vilshofen bot ein Friedenkonzert an, zugunsten der vom Krieg heimgesuchten Menschen in der Ukraine. Die organisierte Jugend der Diözese Passau veranstaltete, wie schon öfters, eine “Nacht der Lichter“ in unserer Abteikirche. Die Exerzitien des Konvents in der 2. Adventswoche, mit Pater Augustinus Weber aus Tettenweis als Begleiter, werden ein weiterer wichtiger Schritt sein, dem Weihnachtsfest entgegen.

Ein frohes und gnadenreiches Weihnachtsfest, sowie die Erfahrung der Nähe des Herrn an allen Tagen des neuen Jahres, wünschen und erbitten allen Leserinnen und Lesern der Heimatnachrichten
P. Matthäus Kroiss OSB - und als Co-Autor P. Richard Multerer OSB

 

Seite 1 von 23

Zum Seitenanfang