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Aktuelle Nachrichten aus der Benediktinerabtei Schweiklberg

Bruder Raphael LangAm Sonntag, den 25.07.2021, während die Gemeinschaft in der Abteikirche die Mittagshore betete, ist

Br. Raphael (Johannes Evangelist) Lang OSB

leise und unbemerkt in den “Paradiesgarten Gottes“ hinüber gegangen.

Geboren am 12. März 1947 in Großbüchlberg

Profess am 24. September 1966 in Schweiklberg

Wir bitten um das Gebetsgedenken für unseren verstorbenen Mitbruder

 

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Der Cellerar des Klosters Schweiklberg kümmert sich zusätzlich um die Obstplantage

Bruder Clemens im obstgarten 210511Nach Eisheiligen fühlt es sich ganz und gar nicht an. Bruder Clemens holt das weiße Stofftaschentuch aus der Tasche und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Er geht durch die Baumreihen der Obstplantage. Die Eisheiligen stehen vor der Tür. "Die kommen nicht mehr", ist der Schweiklberger Mönch überzeugt.

Gärtner wie Landwirte haben einen Heidenrespekt vor den Eisheiligen, die üblicherweise Anfang bis Mitte Mai mit einer Kaltfront und Nachtfrösten für Schrecken sorgen. In dieser Zeit stehen die Obstbäume und Weinreben in voller Blüte. Schon manches Mal hat es wegen des Wetters von Pankratius bis Sophia ganze Ernten vernichtet. Bruder Clemens (57), der aus einer Landwirtschaft in der Oberpfalz stammt, kümmert sich seit zwei Jahren um die Obstbäume des Benediktiner-Klosters. Das war viele Jahre Aufgabe von Bruder Gabriel. Nach dessen Tod übernahm Bruder Raimund den Obstgarten. Doch seit einem Schlaganfall ist er dazu nicht mehr in der Lage.

Also griff Bruder Clemens zur Handsäge und Astschere, um die Bäume zu pflegen. Eine ganze Baumreihe mit 52 Pflanzen wurde neu gesetzt. "Eine Sorte heißt Sommernachtstraum", sagt Clemens und muss über den ungewöhnlichen Namen lachen. Zwölf Baumreihen gibt es im Obstgarten des Klosters, jeweils mit 50 bis 70 Bäumen bestückt. "Da kommt was zusammen", stellt Bruder Clemens fest, der seit drei Jahren Cellerar des Klosters ist. Als wirtschaftlicher Leiter sitzt er mehr im Büro, als dass er Zeit für den Garten hätte. "Doch einer muss die Arbeit machen", sagt er. Seitdem Bruder Raphael gesundheitsbedingt ausgefallen ist, kümmert sich Bruder Clemens zudem um die Bienen. Er öffnet im geräumigen Bienenhaus eine Kiste, beugt sich zu den Waben und holt tief Luft. "Für mich steht fest: So riecht der Frühling." Kindheitserinnerungen würden wach.

Das Obst dient der Selbstversorgung des Klosters. Für die inzwischen nur noch 20 Mönche liegen immer Äpfel in einer Schale. Zu den Speisen wird Apfelsaft und Wasser gereicht.

Am Nachmittag haben dunkle Wolken die Sonne verdrängt. Regen kündigt sich an. Bruder Clemens steht bei den Pflaumen-Bäumen und kontrolliert die Blüten. Kalte Nächte vor zehn Tagen haben ihnen zugesetzt. "Das waren vermutlich die vorgezogenen Eisheiligen." Noch bis zum Samstag dauern die Eisheiligen. "Die kalte Sophie kann mich nicht mehr schrecken", sagt Bruder Clemens.

Foto oben: Bruder Clemens inmitten der rund 800 Obstbäume im großen Garten des Klosters Schweiklberg. Es handelt sich überwiegend um Apfelbäume. Ihre Früchte dienen der Selbstversorgung, aber auch dem (eher seltenen) Verkauf. −Bericht und Foto: Rücker - PNP vom 12.05.2021-

Julian Drexler (33) ist neuer Leiter der Klostergärtnerei – Besonders der Radi ist gefragt

Drexler Julian"Es ist gut angelaufen." Das sagt Julian Drexler (33) in zweifacher Hinsicht. Zum einen, was den Verkauf der Klostergärtnerei Schweiklberg betrifft, der seit 1. März jeden Dienstagvormittag und Freitagnachmittag wieder geöffnet hat. Zum anderen, was seinen Einstieg in den Betrieb angeht. Beworben hatte er sich als "normaler" Gärtner, eingestellt wurde er im Oktober 2020 als neuer Leiter der Gärtnerei. Sein Vorgänger hatte sich anders orientiert und die Gärtnerei nach kurzer Zeit wieder verlassen. Gleich "Chef" eines kleinen Teams zu sein, kam unerwartet für Julian Drexler, die Verantwortung für den Betrieb fühlt sich für ihn natürlich an – und so kommt er auch rüber.

Die letzten Jahre war der gebürtige Passauer sein eigener Chef. Nach seiner Schulzeit machte er ab 2007 im portugiesischen Alto Alentejo, einer Region an der spanischen Grenze, eine Ausbildung zum Gärtner – und blieb hängen. "Es hat einfach gepasst. Ich war auf einer kleinen Farm, auf der wir auch Ziegen hatten und weitgehend als Selbstversorger lebten", erzählt Julian Drexler, "es war eine selbstständige Arbeit auf dem Land, sehr vielfältig und breitgefächert. Ich habe zum Beispiel auch Oliven geerntet, zur Ölmühle gebracht und dann das Öl verkauft."

Und doch hat es Julian Drexler Ende 2019/Anfang 2020 wieder nach Hause gezogen, zurück zu den Wurzeln. Er ließ sich bei Passau nieder – und bewarb sich auf eine Stelle bei der Klostergärtnerei Schweiklberg. Von deren Ziel, den Betrieb auf "Bio" umzustellen, fühlte er sich sofort angesprochen. Mindestens drei Jahre wird der Prozess dauern, die erste Prüfung war im Februar.

"Bio ist die konsequente Art, Gartenbau zu betreiben. Krankheiten und Schädlinge kommen nicht ohne Grund. Ich will mit der Natur arbeiten, und nicht mit chemischen Keulen dagegen. Und die Produkte sind gesünder", sagt der leidenschaftliche Gemüsebauer. In dem beheizten, rund 1000 Meter großen Gewächshaus und den zwei Folienentunneln bauen er und sein Helfer die ganze Bandbreite an. Kopfsalat, Rukola, Pak Choi, Spinat, Kohlrabi, Gelbe Rüben, Kräuter, Radieschen. "Vor allem den Radi reißen uns die Leute aus der Hand. Sogar die Pflänzchen, die wir in Bechern aus Torf verkaufen", erzählt Julian Drexler begeistert, ",mir war diese Technik auch neu. Einerseits gibt der Becher dem Radi eine schöne Form vor, andererseits beginnt die Zersetzung des Bechers, sobald man ihn in die Erde stellt."

Am liebsten mag Drexler die Tomaten und Zucchini, die bald das große Gewächshaus füllen werden: "Da trägt die Arbeit schnell Früchte."

Schnell gehen muss es immer wieder auch während der Verkaufszeiten (Dienstag von 9 bis 13 Uhr und Freitag von 13 bis 16 Uhr): Während im renovierten, lichtdurchfluteten Verkaufsraum Verkäuferin Silvia Berger die Kunden bedient, haben Julian Drexler und sein Helfer alle Hände voll zu tun, um auf Zuruf "Nachschub" zu ernten. "Wir verkaufen direkt vom Beet das, was der heimische Boden hergibt. Frischer geht’s nicht", stellt der 33-Jährige fest. Die wichtigste Aufgabe sei, alles so zu managen, dass die Abläufe stimmen und dass jede Pflanze das bekommt, was sie braucht. "Wenn’s im Garten stimmt, läuft es auch wirtschaftlich", so seine Überzeugung.

Das ist im Sinne von Kloster-Cellerar Bruder Clemens: "Wir sind ein katholischer Orden in der Kirche, hängen aber nicht in deren Struktur. Deswegen bekommen wir keine Regelzuweisungen aus der Kirchensteuer und müssen selber schauen, dass wir Einnahmen erzeugen."

Vor Corona produzierte die Klostergärtnerei ihr Gemüse hauptsächlich für die Gäste im Seminarhaus der Benediktiner-Abtei, die Schüler der Nachmittagsbetreuung, die Mitarbeiter und Mitglieder des Konvents. Aktuell essen in der Küche nur 25 Konvent-Mitglieder und Mitarbeiter. Deshalb bleibt Gemüse übrig und der Verkauf gewinnt an Bedeutung. Im neu eingerichteten Laden gibt es neben Gemüse, Zierpflanzen und etwas Deko auch Schweiklberger Honig und Melissengeist, der in der Region in vielen Hausapotheken zu finden ist.

Die eigenen Erzeugnisse zu verkaufen, praktisch zu denken, unkompliziert an die Sachen heranzugehen, hat Julian Drexler in seiner Zeit in Portugal gelernt. Das Zurückkommen in die Heimat sei keine große Umstellung gewesen, sagt er, er sehe viele Parallelen. Auch Niederbayern sei relativ dünn besiedelt, habe sich eine schöne Natur erhalten – und eine gesunde Bodenständigkeit.

Foto oben: Liebt seine Arbeit im Grünen: Julian Drexler. Mit einem Vollzeit-Helfer und einer Verkäuferin, die zwei Mal die Woche stundenweise kommt, wuppt er die Klostergärtnerei. Sie könnte noch Unterstützung gebrauchen, wie Bruder Clemens erklärt.    -Bericht und Foto: Simone Kuhnt - PNP vom 16.03.2021-

 

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