Rundbrief

Schweiklberger Heimatnachrichten geschrieben vom Schweiklberger Chronisten Pater Matthäus Kroiss OSB

Liebe Mitbrüder, Freunde und Wohltäter!

Am frühen Morgen des 10.September verkündete die große Glocke, dass wieder ein Mitbruder den Weg in die ewige Heimat angetreten hat. Am Abend zuvor, um 20 Uhr, als wir Mönche soeben die Komplet, das kirchliche Nachtgebet, beendet hatten, hat auch unser Bruder Gabriel (Johann Ev.)Tischler, nach langem schwerem Leiden, seinen irdischen Lebensweg beendet. Am 18.Oktober hätte er seinen 80.Geburtstag begehen können. Sein Geburtsort war Laimbach bei Pörndorf, nicht weit von Schweiklberg entfernt. Seine Eltern waren Landwirte. Nach dem Abschluss der Volksschule und der landwirtschaftlichen Berufsschule war Hans Tischler noch einige Zeit als Knecht bei einem Kleinbauern, bis er 1950 im Brüderseminar Schweiklberg Aufnahme fand und den Gärtnerberuf erlernte. Bereits 1951, mit 16 Jahren, wie Br.Gabriel selber vermerkt, wurde er ins Postulat aufgenommen und 1952 ins Noviziat. 1953 legte er die Gehilfenprüfung als Gärtner ab. 1953 bis 1954 vervollständigte er seine berufliche Ausbildung durch die Teilnahme an den Kursen unserer Landwirtschaftsschule. Nach der zeitlichen Profess 1954 wechselte Br.Gabriel in den Obstgarten. Von dieser Zeit an bis einige Jahre vor seinem Tod, also über 50 Jahre, war der Obstgarten sein Hauptarbeitsfeld. Er hat in diesem Beruf nicht nur Tüchtiges geleistet, sondern auch sein großes Wissen und Können vielen Lehrlingen mit ins Leben gegeben. Von 1957 bis 1967 war Br.Gabriel zusammen mit P.Hildebert Plötz für die Betreuung der Brüderseminaristen verantwortlich. 1975 übernahm er auch die Pflege der Klosterbienen. So versorgte er den klösterlichen Tisch nicht nur mit schmackhaften Äpfeln sondern auch einem ausgezeichneten Honig. Das besondere Kennzeichen unseres verstorbenen Mitbruders war sein unermüdlicher Fleiß und seine unentwegte Einsatzbereitschaft, nicht nur im Obstgarten, sondern auch überall dort, wo Not am Mann war. Trotz seiner vielen Arbeiten vernachlässigte Gabriel nie seine klösterlichen Pflichten. Außerdem interessierte er sich auch noch in den Zeiten seiner Krankheit für das Weltgeschehen, das er am Radio verfolgte. Seit 2006 musste er mit schweren Darm -und Prostataerkrankungen kämpfen. Das Schwerste war wohl für ihn, sich langsam aus seinen lieb gewonnenen Arbeitsbereichen im Obstgarten und bei den Bienen zu lösen. Das Gebet und die tägliche Mitfeier der Hl.Messe gaben ihm Kraft für seinen Kreuzweg. Der Herr sei ihm der ewige Lohn. 

Im Zusammenhang mit dem Tod von Br.Gabriel sei auch unserer verstorbenen Angehörigen und Freunde der letzten beiden Monate gedacht. Am 22.Juli verschied Herr Studiendirektor Georg Bergmeier, Gründungsmitglied des Kultur- und Geschichtsvereins, ein treuer Freund unseres Klosters. Am 25.August verstarb Herr Erwin Forster, Landwirt in Schwarzenbach, Bruder unseres Br.Markus, der auch bei seinem Begräbnis zugegen war. Verstorben ist auch ein Bruder unseres Br.Thomas Eberl, Herr Paul Eberl. Sie alle seien in unser Gebet eingeschlossen. 

Abschied nehmen heißt es für Schweiklberg nicht nur von Mitbrüdern und Freunden, sondern auch von Einrichtungen, die schon fast ein Jahrhundert lang zum Bestand des Klosters gehörten. So fand nach langem Suchen und langwierigen Verhandlungen endlich unser ehemaliges Studienhaus Bergfried seinen Käufer. Bereits am 25.Juli wurde die Christkönigskirche profaniert, d.h., dass in ihr keine Gottesdienste mehr stattfinden können. Als Baudenkmal soll sie weiterhin erhalten bleiben. Damit ist dieses Kleinod auch davor bewahrt, dem Verfall preisgegeben zu werden. Schon vor längerer Zeit wurden die Reliquien, sowie die kirchlichen Gewänder und Bücher in die Abtei überführt. Ende August wurden die gesamten Räumlichkeiten Bergfrieds von P.Matthias und einem Helfertrupp „besenrein“ gemacht, d.h. endgültig ausgeräumt und gründlich gesäubert. Von 1919 bis 2006 war Bergfried Schülerheim, Studentenwohnheim, Klerikat, und zuletzt, ab 1996 bis 2006, Haus für kontemplative Exerzitien unter Leitung von P.Klaus Spiegel. Dazu gehörte auch eine große landwirtschaftliche Nutzungsfläche und ein größeres Waldgrundstück, bei dessen Bearbeitung und Pflege sich unsere verstorbenen Brüder Konrad Rohrmeier (+1992) und Br.Fidelis Herdegen (+2008) große Verdienste erwarben wie auch Br.Angelus Englmeier (+1982), der über 50 Jahre den Kuhstall betreut hat. Vergessen seien auch nicht die Schwestern von Neustift, vor allem Sr.Barbara Meier, jahrzehntelang der gute Geist des Hauses. Am 31.Juli wurde Frau Irene Bock verabschiedet, die seit Anfang der 80er Jahre bis 2006 als Hauswirtschafterin und Köchin unermüdlich für die Studenten, die Gäste und das Hauspersonal in Bergfried gesorgt hat. Auch nach der Schließung des Hauses kümmerte sie sich noch um das Gebäude, vor allem um die Kapelle. Von 2006 bis Ende Juli dieses Jahres verstärkte sie das Personal des St.Beda-Hauses. Ihr sei auch an dieser Stelle ganz herzlicher Dank gesagt. Dank gebührt auch den Freunden von Bergfried in der Stadt Passau und der weiteren Umgebung, die dafür gesorgt haben, dass das kleine Klösterchen auf der Ries nicht ganz in Vergessenheit geriet. 

Und noch von einem Abschied muss berichtet werden. Vom 29.Juli bis 03.August war zum letzten Mal die Familien-Ferien-Freizeit zu Gast im St.Beda-Haus. Von Abt Christian und dem im März dieses Jahres verstorbenen Herrn Dieter Geyer ins Leben gerufen, bot sie 25 Jahre lang vielen Familien in den ersten Augusttagen Erholung, aber auch geistliche Erneuerung. Verbunden war diese Veranstaltung auch mit den Familienwochenenden in der dritten Adventswoche und in der Karwoche. Mit dabei waren heuer wieder „unsere“ Mallersdorfer Schwestern, Sr.Cordia und Sr.Manuela. Altabt Christian hielt den Abschlussgottesdienst. Künftig soll das Kloster Mallersdorf diese Veranstaltung beheimaten. In diesem Zusammenhang sei auch noch erwähnt, dass sich unser langjähriger Koch, Herr Konrad Jellbauer, von uns verabschiedet hat. Wir danken ihm für seinen nahrhaften Dienst und wünschen ihm Gottes Segen für den Neuanfang. 

Bei all den Abschieden könnten wir auf trübselige Gedanken kommen. Gegen Trübsinn hilft vor allem die Musik. Darum sei hier noch von einem musikalischen Großereignis die Rede, das am 19.September viele Musikbegeisterte auf den Schweiklberg gezogen hat. Das Heinrich- Schütz –Ensemble Vornbach bot zusammen mit dem Ensemble L’arpa festante aus München das Oratorium „Paulus“ von Felix Mendelssohn Bartoldy dar. Das Libretto dieses ersten Oratoriums des berühmten Komponisten lehnt sich weitgehend an die Apostelgeschichte an. Wie ernst es die Musiker mit ihrer Arbeit nahmen zeigte sich, dass sie sich drei Tage lang intensiv an Ort und Stelle auf ihren Auftritt vorbereiteten. Dafür bescherten sie auch allen Zuhörern ein ungewöhnliches Konzerterlebnis in herausragender musikalischer Qualität, das dann auch mit „standing ovations“ belohnt wurde.

Gegen Ende des Schuljahres veranstalteten unsere Realschüler einen „Bayerischen Tag“,der ihnen die bayerische Tradition wieder ins Bewusstsein bringen sollte.

Am 15.September kamen von St.Ottilien und Königsmünster 5 Novizen und Postulanten mit ihren Magistern P.Otto und P.Jonas zur Novizenwerkwoche. Thema dieser Tagung war „Das Christusbild in der Hl.Regel“. Zur Auflockerung der geistlichen Arbeit trug ein Besuch in Niederaltaich und in Passau bei.

Damit sind wir schon wieder am Schluss angelangt. Bis zum Oktober eine gute Zeit

wünscht Ihnen Ihr Chronist P.Matthäus Kroiss

Liebe Mitbrüder, Freunde und Wohltäter!

Musik liegt in der Luft und Jubel, Trubel, Heiterkeit, besonders nach der gewonnenen Weltmeisterschaft im Fußball. Sommerzeit ist Feierzeit, auch in den ansonsten eher stillen Mauern unserer Abtei.
Der erste Feiertermin im Juni waren die Jubiläen unserer Mitbrüder, die, wie es seit Jahren üblich ist, am Pfingstmontag, dem 09.Juni, gefeiert wurden.
Br.Hilarius Stumbeck, unser immer noch rühriger Schmiedemeister, dankte Gott für 60 Professjahre. Br.Markus Forster kann auf 50 Professjahre zurückblicken. Er feiert dieses Jubiläum in der Abtei Ndanda in Tanzania, wo er seit 1982 wirkt. Bekannt ist Br.Markus hierzulande vor allem als Leiter der dortigen Druckerei und durch seine Sammelaktion für Schuleinrichtungen. Außerdem kümmert er sich auch um die Station Kilimahewa, wo unsere verstorbenen Mitbrüder Albert Schreiner und Thomas Eberl gewirkt haben. Vor 50 Jahren, am 12.Juli 1964, legte der damalige Bischofskoadjutor Dr.Antonius Hofmann unseren Mitbrüdern Altabt Christian Schütz, P.Stefan Raster, P.Dr.Paulus Schmidt und P.Wolfgang Wimmer die Hände zur Priesterweihe auf. P.Wolfgang ist 1997 verstorben. P.Paulus konnte den Jubelgottesdienst nur in der Krankenabteilung verfolgen. Altabt Christian und P.Stefan Raster hielten die Nachfeier an ihren Wirkungsstätten, Abt Christian im Kloster Neustift und P.Stefan in seiner Pfarrei Aunkirchen, wo ihm die ganze Pfarrgemeinde ein wahres „Jubelfest“ ausrichtete, zum Dank auch für die 17 Jahre tatkräftigen Hirtendienstes. Am 20.Juli feierte seine Heimatpfarrei Eging den Jubilar. Der nächste Festanlass war das Fronleichnamsfest, das auf dem Schweiklberg eine besondere Note hat. Auch heuer begannen wir wieder nach der feierlichen Vesper am Vortag mit dem Legen der Kunstwerke aus Sägemehl. Den großen Teppich vor dem Kirchenportal zierte in diesem Jahr das Wappen des neuen Diözesanbischofs Stefan Oster. Wir danken auch den Freunden und Bekannten unserer Gemeinschaft für ihre tatkräftige Mithilfe Am Festtag selbst konnten wir bei strahlendem Sonnenschein die Fronleichnamsprozession halten, die wieder von den Deggendorfer Bläsern musikalisch begleitet wurde. Noch einen Grund zum Feiern gab es am 21.Juni, an dem wir den 100.Jahrestag der Erhebung zur Abtei festlich begingen. Eine große Anzahl von Gästen war zu diesem festlichen Anlass versammelt. Sie alle aufzuzählen würde den Rahmen dieser Chronik sprengen. Eine besondere Freude war uns die Anwesenheit Ihrer Königlichen Hoheit Prinzessin Theresa von Bayern. Um 9h begann der festliche Gottesdienst mit Abt Rhabanus als Hauptzelebranten. Die eindrucksvolle Festpredigt hielt Generalvikar Dr.Klaus Metzl. Nach dem Festgottesdienst versammelten sich die Festgäste im Schulhof zum Umtrunk und zum Gespräch. Unter Leitung von Andrea Wagenpfeil geleitete die Vilshofener Stadtkapelle die Gästeschar in die Turnhalle, wo sie vom Hausherrn Abt Rhabanus noch einmal herzlich willkommen geheißen wurden. Nach ihm eröffnete Abt Aloysius Althaus von Königsmünster/Meschede im Sauerland den Reigen der Gratulanten, gefolgt von Generalvikar Dr.Metzl, Landrat Franz Meyer und dem Bürgermeister von Vilshofen, Florian Gams. Die schon erwähnte Stadtkapelle umrahmte den Festakt mit flotten Weisen. Anschließend an die Grußworte zeigte eine Powerpointpräsentation die Entwicklung der Abtei von der Gründung bis zum heutigen Tag. Im St.Beda-Haus versammelten sich die geladenen Gäste zum Mittagsmahl. Nach der feierlichen Pontifikalvesper um 14.30 gab das Jubiläumskonzert „für Orgel, 3 Trompeten und Pauken“ dem Fest einen würdigen Abschluss.
Noch einmal wurde auf dem Schweiklberg kräftig gefeiert: Vom 27. bis 29.Juni beging der Tischtennisverein Vilshofen sein 25-jähriges Gründungsfest unter der Schirmherrschaft von Landrat Franz Meyer und Abt Rhabanus Petri. Seit 1991 hat der Verein zuerst in der Turnhalle, dann seit 2003 in den Räumen des ehemaligen Geflügelhofes eine Heimat gefunden. Am Samstagabend, dem 29.Juni feierte Abt Rhabanus mit der Festgemeinde einen Dankgottesdienst und dann ging es in das Festzelt hinter der Turnhalle, wo kräftig auf die nächsten 25 Jahre angestoßen wurde und Abt Rhabanus sein erstes Fass Bier anzapfte. Selbstverständlich wurde auch ein Jubiläumsturnier ausgetragen.
Es gab auch wieder etliche bemerkenswerte musikalische Ereignisse: Am 31.Mai veranstalteten die Herausgeber des 4.Kochbuchs „Alkofener Grundschulschmankerl“ unter dem Motto „Musik aus aller Welt“ ein Benefizkonzert für chronisch krebskranke Kinder. Rund 4000 Euro konnten für diesen Zweck abgegeben werde. musikalisches „Festtagsmenü“. Am 5.Juli waren, wie schon in den letzten Jahren, die „Europäischen Wochen“ bei uns zu Gast. Das international renommierte Minquet-Quartett bot musikalische Leckerbissen vom Feinsten. Am Sonntag, dem 20.Juli war in der Abteikirche romantische Orgelmusik aus Frankreich und Deutschland zu hören. P.Dominikus Trautner aus unserer Schwesterabtei Münsterschwarzach und weitere junge Organisten spielten Orgelwerke des 18. bis 20.Jahrhunderts.Am 20.August war das Abschlusskonzert des Orgelmeisterkurses, ebenfalls mit Französischer Orgelmusik.
Außer Festgeläute und Festmusik gibt es auch noch anderes Berichtenswertes vom Schweiklberg. Am Pfingstsamstag, dem 07.Juni, um 4.00 früh, machte sich eine kleine Gruppe von Mönchen und Freunden der Abtei auf den Weg zum alten Wallfahrtsort Sammarei zur schon Tradition gewordenen Konventwallfahrt. Der Rest der Mitbrüder folgte mit dem fahrbaren Untersatz, so dass die Klostergemeinschaft, zu der sich auch etliche Schwestern des Klosters Neustift gesellten, um ca 7.15 die Laudes beten und zusammen mit Abt Rhabanus Eucharistie feiern konnten. Nach einem kräftigen Frühstück im Begegnungshaus brachen alle wieder zur Heimfahrt auf, einige bewältigten die Strecke auch mit dem Fahrrad. Ein Wallfahrtsort war auch das Ziel des Konventausfluges am 25.Juni, nämlich Neukirchen beim Hl.Blut, wo nach der Messe eine Besichtigung im Wallfahrtsmuseum und das Mittagessen auf dem Programm stand. Auf der Heimat kehrten die Ausflügler in Maibrunn bei St.Engelmar, der Heimat unseres Br.Georg Six ein, wo sie den „Baumwipfelweg“ bestiegen, den die Familie Six errichtet hat und betreut.
Die vergangenen Festtage brachten auch wieder viele Gäste in das Kloster und in das St.Beda-Haus. Namentlich erwähnt seien P.Vianney von St.Ottilien, Herr Andreas Schätzle und Manager Herr Jo Chialo, die Stammannschaft von den „Drei Priestern“ bekannt und berühmt durch Fernsehauftritte und ihre CD’s, die V.Abt, den dritten im Bunde, besuchten . Besonders freuten wir uns über den Besuch des neuen Abtes von Königsmünster, Abt Aloyius Althaus anlässlich des Abteijubiläums. Konnten wir ihm doch zugleich zu seinem Namenstag gratulieren. Mit ihm kam der Novize Br.Marcus Görl. Von der Abtei St.Othmarsberg, Uznach kamen P.Matthias Beer und Br.Vinzenz Renhard. P.Matthias erzählte uns vor seiner Abreise noch kurz von seinem Einsatz in Kasachstan und sang ein ergreifendes russisches Marienlied.
Von unserer Realschule ist zu berichten, dass am 17.Juli 46 Absolventen feierlich ihr Entlassungszeugnis überreicht bekamen.
Leider ist der Platz schon wieder zu Ende. Ihnen allen noch schöne Sommer- und Ferientage.
Ihr P.Matthäus Kroiss

Liebe Mitbrüder, Freunde und Wohltäter!

Aus den vergangenen zwei Monaten ragen drei Ereignisse heraus, die hier zuerst zur Sprache kommen sollen. Das erste ist natürlich das Osterfest mit der vorausgehenden Karwoche. Bei der Feier des Palmsonntags mit der Palmweihe und Palmprozession freuten wir uns, dass die Kinder der Familien, die wieder zu ihrem Einkehrwochenende gekommen sind, mit dem Palmesel dem Zug vorangingen. Bei der Fußwaschung am Gründonnerstag überwogen diesmal die Gäste als „Apostel“. Auch beim Gesang der Passion am Karfreitag half ein Gast (Herr Daniel Köstlinger) aus. Der Osterschmuck in der Kirche wurde diesmal um eine barocke Statue des Auferstandenen erweitert, die unter dem Ambo ihren Platz fand. Einen besonderen Akzent setzte am Ostermontag Prälat Max Huber, emeritierter Domkapitular, der die Karwoche und das Osterfest mit uns feierte. Er hielt am Ostermontag das Konventamt und eine sehr lebendige Predigt.
Als zweitem Großereignis können wir von der Orgelnacht vom 02.auf 03.Mai berichten. Vier renommierte Organisten ließen von 19.00 bis 1.00 nachts die „Königin der Instrumente“ erklingen. Die Firma „Überschall“ verwandelte dazu den Kirchenraum in ein buntes Lichtermeer. Die vier Meister auf der Orgel waren: Professor Karl Maureen, München der mit der Ouvertüre „Lasst uns erfreuen herzlich sehr“, das Publikum „vorwärmte“. Ihm folgte Frau Giulia Biagetti aus Lucca mit Toccaten und Chorälen. Anschließend präsentierte der ungarische Orgelmeister Miklos Teleki seine Variationen „From Bach to Lennon“. Bei John Lennons „Yellow Submarine“ können viele Besucher ein freudiges Lächeln nicht verbergen. Zum Abschluss zauberte Domorganist Johannes Mayr, Stuttgart ein musikalisches Feuerwerk in den Kirchenraum. Den Schlusspunkt bildete, wie im vergangenen Jahr, der Segen von Abt Rhabanus, verbunden mit einigen ermunternden Worten zum Abschied und zum Aufbruch in den neuen Tag. Den gelungenen Abend verdanken wir dem Planer  und künstlerischen Leiter des „Schweiklberger Musikzaubers“, Herrn Domorganisten Ludwig Ruckdeschel. Übrigens gab es noch eine Premiere am Beginn der Veranstaltung: Der neu gewählte Bürgermeister von Vilshofen, Florian Gams, hielt seine erste Eröffnungsrede.
Zusammen mit etwa 350 anderen Klöstern öffneten auch wir am Samstag, dem 10.Mai, nicht nur die Klosterpforte, sondern auch die Klausurtüren zum „Tag der Offenen Klöster“, der von der Arbeitsgemeinschaft der Berufungspastoral der Orden in Zusammenarbeit mit dem Zentrum der Berufungspastoral der Deutschen Bischofskonferenz angestoßen und organisiert worden war. Nach etlichen vorbereitenden Gesprächen war es dann so weit. Der Tag begann mit dem Konventamt der Klostergemeinschaft, an dem bereits zahlreiche interessierte Besucher teilnahmen. Anschließend schlossen sich einzelne Gruppen den „Führern“ an, Mitbrüdern, an ihrer Spitze Abt Rhabanus, die sie über Kirche und Krypta in die Sakristei, in die Chorkapelle und den Kapitelsaal führten. Im Klosterrefektorium wartete bereits P.Prior Matthias mit Kaffee und Kuchen zu einer ersten Stärkung Weiterging es in den ersten Stock, wo die Gäste einen Blick in die Räume des Abtes und in eine Mönchszelle tun konnten. Besonderes Interesse weckte natürlich die Klosterbibliothek, die der Bibliothekar der Abtei, Br.Ulrich Schrömges, sachkundig erklärte. Auch die Missionsprokura und das Vereinsbüro, der Arbeitsbereich von P.Stefan Raster und Br.Erich Schuck, waren zu besichtigen. Die Mittagshore in der Abteikirche und das gemeinsame einfache Mittagsmahl vereinten wieder Gäste und Klostergemeinschaft.
Am Nachmittag nahmen Br.Sebastian Aicher und Br.Leo Horochlin die interessierten Besucher in den Brennraum des Schweiklberger Geistes und in die Werkstätten mit. Biomasse - Heizwerk und Photovoltaikanlage demonstrieren die Bereitschaft der Klostergemeinschaft zur biologischen Energiegewinnung. Ein Besuch in der Gärtnerei rundete den Blick auf die Arbeitsbereiche der Mönche ab.
Dazwischen gab es immer wieder Möglichkeiten, ins Gespräch mit den führenden Mitbrüdern zu kommen und vom realen Leben der Missionsbenediktiner zu erfahren. Als Fazit dieses gelungenen Unternehmens „Offenes Kloster“ kann gesagt werden, dass das Interesse der Menschen vor den Klostermauern an unserem Leben größer ist, als allgemein angenommen wird.
Da wir schon bei den festlichen Ereignissen sind, sei auch ein Blick nach vorne erlaubt. Am Pfingstmontag begeht die Klostergemeinschaft wieder die Profess - und Priesterjubiläen des Jahres. Zu den Jubilaren gehören: Altabt Christian Schütz, P.Paulus Schmidt und P.Stefan Raster (50 Jahre Priester), außerdem Br.Hilarius Stumbeck (60 Jahre Profeß) und Br.Markus Forster (50 Jahre Profeß). Der Festgottesdienst beginnt um 10.30h. Zwar kein Jubiläum, aber einen runden Geburtstag, nämlich den fünfundachtszigsten, kann am 30.Mai Br.Bonifaz Kellnberger begehen. Br.Erich Schuck wurde am 18.April 75 Jahre alt. Am 05.August erreicht Br.Karl Hofmann dieses Alter.
Bleiben wir noch ein wenig bei den Festen und Feiern und anderen besonderen Ereignissen. Am 04.April wurde der neue Bischof von Passau, P.Dr.Stefan Oster SDB ernannt. Der vorhergehende Heimatbrief berichtete davon. Am Samstag, dem 24.Mai war es dann endlich soweit. Der Ernannte erhielt die Bischofsweihe und wurde feierlich in sein Amt eingeführt. Ein wunderbarer Tag für die Stadt und die Diözese Passau. Abt Rhabanus und Br.Sebastian waren dabei, wie schon vorher bei der Begrüßung am 10.April.V.Abt kam auch bei der außerordentlichen Priesterratssitzung am 05.Mai mit dem neuen Bischof zusammen und war erfreut über dessen offenen und lebendigen Führungsstil. Für uns war der 24.Mai Erinnerungstag an die Abtsweihe von Cölestin Maier, unserem Gründeroberen, vor hundert Jahren. Am Samstag, dem 21.Juni, folgt dann die offizielle Feier mit einem Festgottesdienst um 9.00. Die Festpredigt hält der bisherige Administrator der Diözese, Prälat Klaus Metzl. Um 11.00 folgt der Festakt in der Turnhalle mit einem geschichtlichen Rückblick .Um 14.30 wird die Pontifikalvesper gefeiert und um 17.00 beginnt das Jubiläumskonzert mit „Pauken und Trompeten“ und natürlich mit der Klais-Orgel.
Genug vom Feiern. Es wird ja auch weiterhin fleißig am Umbau des Gästetraktes gearbeitet. Nachdem 11 Zimmer provisorisch eingerichtet waren, konnten wir an Ostern wieder die ersten Gäste in ihnen unterbringen. Inzwischen wurde auch die Bestuhlungvervollständigt und die Gruppenräume im 1. und 2.Stock fertig gestellt. Als besonderen Gast durften wir vom 07.auf 08.Mai Bischof Thaddäus Kumalo von Eshowe begrüßen.
…Von der Realschule sei vermerkt, dass sich für das neue Schuljahr 54 Buben gemeldet haben.
Eine besondere Aufgabe hatte P.Richard Multerer zu übernehmen. Er konnte zum zweiten Mal einem Luxus-Kreuzer, der AmaReina, den kirchlichen Segen erteilen Die eigentliche Schiffstaufe vollzog eine echte Prinzessin, nämlich Prinzessin Heide von Hohenzollern. Für Abt Rhabanus haben die Firmtermine wieder begonnen. Der erste war am 29.April in Julbach. Am 21.April nahm er an der Jahrestagung der Salzburger Äbtekonferenz auf dem Odilienberg im Elsass und am 04.05 an einer Besprechung der Novizenmeister in Münsterschwarzach teil.
Natürlich wäre noch viel mehr zu erzählen. Aber für diesmal soll Schluss sein.
Eine frohe Zeit wünscht Ihnen der Chronist
P.Matthäus

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