Rundbrief

Schweiklberger Heimatnachrichten geschrieben vom Schweiklberger Chronisten Pater Matthäus Kroiss OSB

Liebe Mitbrüder, Freunde und Wohltäter!

Das neue Jahr hat erst einige zaghafte Schritte gemacht, so dass es noch an der Zeit ist, Ihnen, liebe Leser und Hörer des Heimatbriefes, ein gesegnetes Jahr 2015 zu wünschen. Leider muss der Chronist seinen Rückblick mit zwei Todesnachrichten beginnen. In den frühen Morgenstunden des 2.Dezember 2014 hat in unserer Krankenabteilung Br.Adalbert (Franz Xaver) Plötz den Weg in die ewige Heimat angetreten. Er hätte am 12.April dieses Jahres seinen 95.Geburtstag feiern können. Br.Adalbert stammt wie sein bereits verstorbener Bruder P.Hildebert Plötz aus Grasfilzing und war der jüngste Sohn des Landwirtsehepaares Wolfgang und Maria Plötz. Nach dem frühen Tod des Vaters war er als jüngstes Kind die rechte Hand der Mutter bei der Bearbeitung der großen Landwirtschaft. Den Weg nach Schweiklberg ebnete ihm sein Bruder, P.Hildebert. Mit 18 Jahren begann er am 28.Januar 1939 sein Postulat. Das Noviziat wurde durch den Kriegsdienst, den Br.Adalbert in Frankreich, Russland und Polen mitmachte, unterbrochen. Erst nach seiner Heimkehr aus der Gefangenschaft konnte er 1946 seine ersten und am 06.Januar 1950 seine ewigen Gelübde ablegen. Ein Jahr später, am 06.Januar 1951, erhielt er zusammen mit Br.Nikolaus Zagermann die Aussendung nach Südafrika. Über 50 Jahre stand Br.Adalbert im Missionsdienst. Eshowe, Mbongolwane, Nkandla, Nongoma waren seine ersten Einsatzorte, bis er 1955 auf die Station Fatima kam, wo er 11 Jahre in seinem gelernten Beruf als Schlosser und Schweißer, aber auch als Farmer tätig war. Von 1975 bis zu seiner Rückkehr nach Schweiklberg war die Abtei Inkamana sein Arbeitsfeld, wo er sein Können als Mechaniker voll einsetzen konnte. Nach der Rückkehr in sein Heimatkloster, bedingt durch eine zunehmende Augenschwäche, machte sich unser Mitbruder vor allem in der Kerzenwerkstatt nützlich. Br.Adalbert war uns ein Vorbild im freundlichen Umgang mit den Mitbrüdern und im stillen und unauffälligen Mitleben und Mitbeten in der Gemeinschaft. In den letzten Jahren wurde das Krankenzimmer seine Bleibe und die Krankenkapelle sein liebster Aufenthaltsort. Am 4.Dezember haben wir ihn auf dem Klosterfriedhof zur letzten Ruhe gebettet. 

Am letzten Tag des Jahres 2014 mussten wir unseren P.Paulus (Horst) Schmidt zu Grabe tragen. Er starb am 28.Dezember um 1h früh in unserer Krankenabteilung, wo er schon einige Jahre infolge zunehmender Altersschwäche verbracht hatte.

P.Paulus entstammte einem evangelischen Pfarrhaus im erzgebirgischen Lauter, wo er am 16.Mai 1925 als 5.Kind der Pastoreneheleute Werner und Käthe Schmid geboren wurde. Am 19.Juli 1927 wurde er auf den Namen Horst Erich Reinhold getauft und am 06.Oktober 1941 durch seinen Vater konfirmiert. Seine Schulzeit fiel in den ausgebrochenen 2.Weltkrieg. Ab 15.Februar 1943 war er auch als Luftwaffenhelfer eingesetzt. Am 21.März 1944 erhielt Horst Schmidt den Reifevermerk zum Abgang vom Gymnasium. Er musste aber von 1945 bis 1946 noch ein Gymnasium besuchen, um das gültige Reifezeugnis zu bekommen. Seine Berufslaufbahn als Student der Agrarwirtschaft führte unseren Mitbruder nach Weimar und nach Leipzig, wo er am 27.Februar 1950 als Diplomlandwirt graduiert wurde. Weitere Stationen waren Berlin und München, wo er die Prüfung für den landwirtschaftlichen Staatsdienst ablegte. Nach einer Referendarszeit in Bayreuth wurde der junge Landwirtschaftassessor zum Schuljahr 1956/ 57 an die Landwirtschaftsschule Schweiklberg vermittelt, wo er bis 1959/ 60 Düngerlehre, Geschichte der Landwirtschaft und unter anderem auch „Leibesübungen“ unterrichtete, wobei ihm die militärische Ausbildung zugute kam. Der Dienst an unserer Landwirtschaftsschule führte den jungen Lehrer einmal zum katholischen Glauben und zum anderen in unsere klösterliche Gemeinschaft, und damit, nach dem Noviziat auch zum priesterlichen Dienst. Am 12.Juli 1964 erhielt P.Paulus zusammen mit Altabt Christian Schütz, P.Stefan Raster und dem 1997 verstorbenen P.Wolfgang Wimmer durch Bischof-Koadjutor Antonius Hofmann die Priesterweihe. Ein ergreifender Augenblick war es, als ihm sein Vater im Talar des evangelischen Pastors die Hände auflegte. Nach der Priesterweihe leitete P.Paulus mit P.Winfried unsere Ökonomie, ab 1972 selbständig. Von 1978 bis 1987 war er auch für die ÜW Mitglied des Kreisrates. Im Alter von 60 Jahren erhielt er, was sein lang gehegter Wunsch war, die Aussendung nach Südafrika, wo er vor allem in der Landwirtschaft tätig sein sollte. Ein wieder aufgebrochenes Geschwür veranlasste ihn, nach Europa zurückzukehren. In seiner Heimatabtei übernahm er bald danach das Amt des Klosterpförtners, das er bis 2011 innehatte. Außerdem widmete sich P.Paulus mit väterlicher Umsicht und gewissenhafter Sorge den ihm aufgetragenen Dienst an den Bedürftigen. Als ab 2011 seine Kräfte immer mehr abnahmen, musste er sich in die Krankenabteilung zurückziehen. Landrat Franz Meyer sagte am Schluss seiner Ansprache beim Trauergottesdienst: “P.Dr.Paulus war ein Diener seines Glaubens, ein Diener der Menschen, die ihm anvertraut waren und ein Diener seiner Heimat. Vor dieser Lebensleistung verneigen wir uns heute.“ Bemerkenswerter Weise verstarb zwei Tage nach P.Paulus in Berlin auch seine Zwillingsschwester Frau Lena Kaiser. Einige Monate zuvor konnten sich die beiden Geschwister noch sehen.

Außer unseren beiden Mitbrüdern seien auch noch einige Freunde, Bekannte und Wohltäter unserer Gemeinschaft, die in den letzten beiden Monaten verstorben sind, dem Gebet empfohlen: Frau Renate Maucher, langjährige Oblatin und Förderin unseres Missionsvereins; P.Petrus Wachlowsky OSB, Kapitular des Stiftes Lambach in Oberösterreich, der von 1976 bis 1981 in Passau studiert und in unserem damaligen Studienkolleg Bergfried gewohnt hat; Frau Lore Schuck, die Schwester unseres Br.Erich, die am 21.Dezember verstorben ist. Wir gedenken auch der Missionsbenediktinerin Sr.Lidwina Wurm, die im Alter von 86 Jahren am 21.Dezember 2014 im Mutterhaus Tutzing verstorben ist. Sr.Lidwina war von 1978 bis 1984 als Erzieherin am Tagesheim des Gymnasiums Schweiklberg tätig. Am 04.Januar verstarb in Weiden Herr Hermann Lang, der Bruder unseres Gärtnermeisters Br.Raphael. Sie alle mögen ruhen im ewigen Frieden.

Abschließend noch einige Kurznachrichten. Seit 15.Dezember hat Frau Gerlinde Staudinger endgültig die Leitung unseres Gästehauses St.Benedikt übernommen. Ab diesem Zeitpunkt begann der Umzug der bisherigen dortigen Küche in die neue Gästeküche im Erdgeschoß des Gästebereiches, wo sich auch das Gästebüro und der neue Gästespeisesaal befinden. Der Konvent wird ebenfalls von der neuen Küche aus versorgt. Auch unsere Pförtner konnten inzwischen aus ihrem Provisorium in die neu eingerichtete Klosterpforte umziehen. Der Pfortenraum erfuhr ebenfalls eine Umgestaltung. Polstermöbel laden die Ankommenden zum Gespräch ein. Nach und nach werden auch die übrigen Einrichtungen, zum Beispiel die Wäscherei und die Näherei im Klosterbereich eine neue Unterkunft finden. Verabschieden müssen wir uns leider im Januar von den beiden Schwestern Michaela und Hildegund, die in das Mutterhaus nach Neustift zurückkehren. Damit nimmt nicht nur das St.Beda-Haus, das 1914 als Exerzitienhaus errichtet wurde, sondern auch der Einsatz der Neustifter Schwestern, die seit 1920 das Exerzitienhaus und einige andere Betriebe versorgten, ein Ende. 

Auch der Chronist ist am Ende angelangt und wünscht Ihnen allen nochmals ein gesegnetes Jahr 2015.

Ihr P.Matthäus Kroiss OSB

Liebe Mitbrüder, Freunde und Wohltäter!

Überraschenderweise klopft nach einem Monat bereits der Heimatbriefschreiber wieder an Ihre Tür. Der Grund: P.Stefan, der mit dem Missionsbrief „dran“ wäre, weilt zur Visitation der Abtei Waegwan in Südkorea. So hat der Chronist die Möglichkeit, manches, was im letzten Rundbrief unter den Tisch gefallen ist, nachzutragen.

Am 22.Juli gab V.Abt Rhabanus dem „Fünf-Sterne-Luxuskreuzer“ „Ama Sonata“ der Reederei „Ama-Waterways“ den kirchlichen Segen. Bei dieser Zeremonie wurde nicht nur das Schiff nass, sondern auch die anwesenden Gäste und Zuschauer. Der Himmel hat zum Weihwasser noch einen kräftigen Regenguss dazugeschickt. Auch bei der Eröffnung des „Vilshofener Volksfestes“ am 24.08. hat „Petrus“ wieder kräftig mitgemischt. V.Abt, der unter den Ehrengästen war, konnte nur bedauernd feststellen: „Ich kann nichts dafür“. Am 30.August war Abt Rhabanus Festgast bei der Feier des 50.Jahrestages der Kirchweihe in Königsmünster. Auf dem Weg dorthin machte er bei den Bonifatiusfrauen in Heidenoldendorf Station und feierte mit der von unserem P.Cyprian Mayr gegründeten Gemeinschaft die Eucharistie. Am 23.September musste er nochmals, diesmal zu einer längeren Reise, aufbrechen, nämlich zum Oberentreffen der Kongregation nach El Rosal in Kolumbien, von wo ein Teil der Äbte und Konventualprioren und des Kongregationsrates auch einen Abstecher zu unserer Neugründung nach Havanna in Kuba machten und dort auf dem zukünftigen Klostergrundstück ein Kreuz aufgerichtet haben.

Missionsprokurator P.Stefan brach am 20.September zur Visitation nach Newton auf und, wie schon zu Beginn des Rundbriefes angedeutet, am 19.Oktober nach Waegwan. P.Leo Eireiner trat am 14.September nach seinem Heimaturlaub die Rückreise nach Inkamana an zusammen mit dem dortigen Subprior Br.Kevin Thumbalabwazi, der einige Tage auch unser Gast war. 

Am 20.September nahmen etliche Mitbrüder am Studientag der Ordensleute im Bistum Passau in unserem Nachbarkloster der Benediktinerinnen in Neustift teil. Sr.Dr.Anneliese Herzig konnte wieder als Referentin gewonnen werden. Ihr Thema war diesmal „In der Spur Jesu - Leben nach den evangelischen Räten“. Im Bistum Passau gibt es derzeit noch 660 Ordensfrauen und Ordensmänner. Leider mussten in den letzten Jahren einige Niederlassungen schließen, wie die der Salvatorianer auf dem Gartlberg, der Ursulinen in Niederaltaich und der Schwestern der „Congregatio Jesu“ im Kloster Niedernburg in Passau. 

Etwa 28 Ordensfrauen und - Männer versammelten sich am Tag des Hl.Franziskus, dem 04.Oktober,mit Bischof Stefan Oster im Dom zu Passau, um gemeinsam ihre Professjubiläum zu feiern. Unter ihnen war auch unser Br.Hilarius Stumbeck, der heuer sein 60 jähriges Professjubiläum beging. Die örtliche Tageszeitung hat ihm einen längeren Artikel gewidmet, aus dem ich kurz zitieren darf: „60 Jahre Leben hinter Klostermauern - ein stolzes Jubiläum auf das Br.Hilarius zurückblicken darf. Mit seinen knapp 80 Jahren ist Bruder Hilarius ein fröhlicher Mann, wie sein von ihm gewählter Name aus dem lateinischen übersetzt heißt. Die Jugendlichkeit im Herzen hat er sich bewahrt...“ Wir danken unserem „Nothelfer“ bei allen technischen Problemen und wünschen ihm noch weiterhin ein gesegnetes Wirken in unserer Gemeinschaft. Der Erntedanksonntag war wieder ausgezeichnet durch ein Orgelkonzert in unserer Abteikirche. Die junge mehrfach preisgekrönte Organistin Johanna Soller spielte an der Klais-Orgel Werke von Buxtehude, Bach, Mozart und Mendelssohn-Bartoldy. 

Wer unsere Klosterpforte betritt, hat Mühe, sich zurechtzufinden. Wo bisher der Pfortenraum war, gähnt ein großes Loch. Maurer und Elektroinstallateure sind dabei, aus dem Pfortenraum und der Pfortenstube einen freundlichen, zeitgemäßen Empfangsraum zu machen. Auch die Toilettenanlagen und der Sprechzimmerbereich werden in die Umgestaltung mit einbezogen. Die Zimmer im Gastflügel sind seit August voll bezugsfertig und wir konnten darin schon einige Gästegruppen und ein große Anzahl Einzelgäste aufnehmen, die in den Sommermonaten bei uns Erholung und geistliche Erneuerung suchten. Am 15.Oktober trat Frau Gerlinde Staudinger - Gebessler bei uns ihren Dienst als neue Leiterin des zukünftigen Gästehauses St.Benedikt an. Frau Staudinger ist ausgebildete Hotelkauffrau. Wir wünschen ihr einen guten Einstieg.

Von den Gästen des Konventes seien erwähnt: Erzabt Jeremias Schröder und Br.Ansgar Stüve, die am 20.August bei uns vorbeischauten. Freudig begrüßten vor allem unsere Missionare Fr.Hans Seubert von den Maristen-Schulbrüdern in Furth bei Landshut, der seit 1987 als Schulleiter in Kenia wirkt. Heuer konnte er übrigens in seiner Heimat Wimmelbach in Franken sein 60-jähriges Professjubiläum feiern. Von Rom kam für eine Woche P.Johannes Adom von der Gemeinschaft in Agbang für eine Woche zu uns. Am 10.September durften wir dann auch seinen Oberen, Prior Bernhard Anate`zusammen mit P.Florian von Bayern, Superior in Illeret, begrüßen. Von Königsmünster kam P.Heinrich Eilhard zur orthopädischen Behandlung in Osterhofen. Zu einer längeren Krankenhausbehandlung mussten sich auch unser fleißiger Helfer im Obstgarten Br.Laurentius und unser Krankenpfleger Br.Franziskus begeben.

Am Allerseelentag zog der Konvent zusammen mit einigen Gästen und Freunden des Hauses zum Friedhof, um unserer Verstorbenen zu gedenken. V.Abt segnete die Gräber. An dieser Stelle sei auch unseres eifrigen und treuen Förderers des Missionsvereins, Herrn Otmar Galla gedacht, Schwager unseres +P.Michael Fütterer, der am 04.Oktober verstorben ist. Für ihn und für alle unsere lieben verstorbenen Mitbrüder, Freunde und Wohltäter beten wir um den ewigen Frieden bei Gott.

Es grüßt Sie alle bis zum nächsten Mal Ihr Rundbriefschreiber

P.Matthäus Kroiss

Liebe Mitbrüder, Freunde und Wohltäter!

Am frühen Morgen des 10.September verkündete die große Glocke, dass wieder ein Mitbruder den Weg in die ewige Heimat angetreten hat. Am Abend zuvor, um 20 Uhr, als wir Mönche soeben die Komplet, das kirchliche Nachtgebet, beendet hatten, hat auch unser Bruder Gabriel (Johann Ev.)Tischler, nach langem schwerem Leiden, seinen irdischen Lebensweg beendet. Am 18.Oktober hätte er seinen 80.Geburtstag begehen können. Sein Geburtsort war Laimbach bei Pörndorf, nicht weit von Schweiklberg entfernt. Seine Eltern waren Landwirte. Nach dem Abschluss der Volksschule und der landwirtschaftlichen Berufsschule war Hans Tischler noch einige Zeit als Knecht bei einem Kleinbauern, bis er 1950 im Brüderseminar Schweiklberg Aufnahme fand und den Gärtnerberuf erlernte. Bereits 1951, mit 16 Jahren, wie Br.Gabriel selber vermerkt, wurde er ins Postulat aufgenommen und 1952 ins Noviziat. 1953 legte er die Gehilfenprüfung als Gärtner ab. 1953 bis 1954 vervollständigte er seine berufliche Ausbildung durch die Teilnahme an den Kursen unserer Landwirtschaftsschule. Nach der zeitlichen Profess 1954 wechselte Br.Gabriel in den Obstgarten. Von dieser Zeit an bis einige Jahre vor seinem Tod, also über 50 Jahre, war der Obstgarten sein Hauptarbeitsfeld. Er hat in diesem Beruf nicht nur Tüchtiges geleistet, sondern auch sein großes Wissen und Können vielen Lehrlingen mit ins Leben gegeben. Von 1957 bis 1967 war Br.Gabriel zusammen mit P.Hildebert Plötz für die Betreuung der Brüderseminaristen verantwortlich. 1975 übernahm er auch die Pflege der Klosterbienen. So versorgte er den klösterlichen Tisch nicht nur mit schmackhaften Äpfeln sondern auch einem ausgezeichneten Honig. Das besondere Kennzeichen unseres verstorbenen Mitbruders war sein unermüdlicher Fleiß und seine unentwegte Einsatzbereitschaft, nicht nur im Obstgarten, sondern auch überall dort, wo Not am Mann war. Trotz seiner vielen Arbeiten vernachlässigte Gabriel nie seine klösterlichen Pflichten. Außerdem interessierte er sich auch noch in den Zeiten seiner Krankheit für das Weltgeschehen, das er am Radio verfolgte. Seit 2006 musste er mit schweren Darm -und Prostataerkrankungen kämpfen. Das Schwerste war wohl für ihn, sich langsam aus seinen lieb gewonnenen Arbeitsbereichen im Obstgarten und bei den Bienen zu lösen. Das Gebet und die tägliche Mitfeier der Hl.Messe gaben ihm Kraft für seinen Kreuzweg. Der Herr sei ihm der ewige Lohn. 

Im Zusammenhang mit dem Tod von Br.Gabriel sei auch unserer verstorbenen Angehörigen und Freunde der letzten beiden Monate gedacht. Am 22.Juli verschied Herr Studiendirektor Georg Bergmeier, Gründungsmitglied des Kultur- und Geschichtsvereins, ein treuer Freund unseres Klosters. Am 25.August verstarb Herr Erwin Forster, Landwirt in Schwarzenbach, Bruder unseres Br.Markus, der auch bei seinem Begräbnis zugegen war. Verstorben ist auch ein Bruder unseres Br.Thomas Eberl, Herr Paul Eberl. Sie alle seien in unser Gebet eingeschlossen. 

Abschied nehmen heißt es für Schweiklberg nicht nur von Mitbrüdern und Freunden, sondern auch von Einrichtungen, die schon fast ein Jahrhundert lang zum Bestand des Klosters gehörten. So fand nach langem Suchen und langwierigen Verhandlungen endlich unser ehemaliges Studienhaus Bergfried seinen Käufer. Bereits am 25.Juli wurde die Christkönigskirche profaniert, d.h., dass in ihr keine Gottesdienste mehr stattfinden können. Als Baudenkmal soll sie weiterhin erhalten bleiben. Damit ist dieses Kleinod auch davor bewahrt, dem Verfall preisgegeben zu werden. Schon vor längerer Zeit wurden die Reliquien, sowie die kirchlichen Gewänder und Bücher in die Abtei überführt. Ende August wurden die gesamten Räumlichkeiten Bergfrieds von P.Matthias und einem Helfertrupp „besenrein“ gemacht, d.h. endgültig ausgeräumt und gründlich gesäubert. Von 1919 bis 2006 war Bergfried Schülerheim, Studentenwohnheim, Klerikat, und zuletzt, ab 1996 bis 2006, Haus für kontemplative Exerzitien unter Leitung von P.Klaus Spiegel. Dazu gehörte auch eine große landwirtschaftliche Nutzungsfläche und ein größeres Waldgrundstück, bei dessen Bearbeitung und Pflege sich unsere verstorbenen Brüder Konrad Rohrmeier (+1992) und Br.Fidelis Herdegen (+2008) große Verdienste erwarben wie auch Br.Angelus Englmeier (+1982), der über 50 Jahre den Kuhstall betreut hat. Vergessen seien auch nicht die Schwestern von Neustift, vor allem Sr.Barbara Meier, jahrzehntelang der gute Geist des Hauses. Am 31.Juli wurde Frau Irene Bock verabschiedet, die seit Anfang der 80er Jahre bis 2006 als Hauswirtschafterin und Köchin unermüdlich für die Studenten, die Gäste und das Hauspersonal in Bergfried gesorgt hat. Auch nach der Schließung des Hauses kümmerte sie sich noch um das Gebäude, vor allem um die Kapelle. Von 2006 bis Ende Juli dieses Jahres verstärkte sie das Personal des St.Beda-Hauses. Ihr sei auch an dieser Stelle ganz herzlicher Dank gesagt. Dank gebührt auch den Freunden von Bergfried in der Stadt Passau und der weiteren Umgebung, die dafür gesorgt haben, dass das kleine Klösterchen auf der Ries nicht ganz in Vergessenheit geriet. 

Und noch von einem Abschied muss berichtet werden. Vom 29.Juli bis 03.August war zum letzten Mal die Familien-Ferien-Freizeit zu Gast im St.Beda-Haus. Von Abt Christian und dem im März dieses Jahres verstorbenen Herrn Dieter Geyer ins Leben gerufen, bot sie 25 Jahre lang vielen Familien in den ersten Augusttagen Erholung, aber auch geistliche Erneuerung. Verbunden war diese Veranstaltung auch mit den Familienwochenenden in der dritten Adventswoche und in der Karwoche. Mit dabei waren heuer wieder „unsere“ Mallersdorfer Schwestern, Sr.Cordia und Sr.Manuela. Altabt Christian hielt den Abschlussgottesdienst. Künftig soll das Kloster Mallersdorf diese Veranstaltung beheimaten. In diesem Zusammenhang sei auch noch erwähnt, dass sich unser langjähriger Koch, Herr Konrad Jellbauer, von uns verabschiedet hat. Wir danken ihm für seinen nahrhaften Dienst und wünschen ihm Gottes Segen für den Neuanfang. 

Bei all den Abschieden könnten wir auf trübselige Gedanken kommen. Gegen Trübsinn hilft vor allem die Musik. Darum sei hier noch von einem musikalischen Großereignis die Rede, das am 19.September viele Musikbegeisterte auf den Schweiklberg gezogen hat. Das Heinrich- Schütz –Ensemble Vornbach bot zusammen mit dem Ensemble L’arpa festante aus München das Oratorium „Paulus“ von Felix Mendelssohn Bartoldy dar. Das Libretto dieses ersten Oratoriums des berühmten Komponisten lehnt sich weitgehend an die Apostelgeschichte an. Wie ernst es die Musiker mit ihrer Arbeit nahmen zeigte sich, dass sie sich drei Tage lang intensiv an Ort und Stelle auf ihren Auftritt vorbereiteten. Dafür bescherten sie auch allen Zuhörern ein ungewöhnliches Konzerterlebnis in herausragender musikalischer Qualität, das dann auch mit „standing ovations“ belohnt wurde.

Gegen Ende des Schuljahres veranstalteten unsere Realschüler einen „Bayerischen Tag“,der ihnen die bayerische Tradition wieder ins Bewusstsein bringen sollte.

Am 15.September kamen von St.Ottilien und Königsmünster 5 Novizen und Postulanten mit ihren Magistern P.Otto und P.Jonas zur Novizenwerkwoche. Thema dieser Tagung war „Das Christusbild in der Hl.Regel“. Zur Auflockerung der geistlichen Arbeit trug ein Besuch in Niederaltaich und in Passau bei.

Damit sind wir schon wieder am Schluss angelangt. Bis zum Oktober eine gute Zeit

wünscht Ihnen Ihr Chronist P.Matthäus Kroiss

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