Liebe Mitbrüder, Freunde und Wohltäter!

Wie ich in den vergangenen Jahren öfters berichtet habe, wurde am 28. Juli 2010 das Altersheim der Benediktiner in Shuanghe/Jilin im Norden Chinas von einem verheerenden Hochwasser zerstört. Nun berichtet P. Norbert Du, der Obere des Klosters, dass bereits am 29. August 2012 dank der großzügigen Unterstützung der Klöster der Kongregation von St. Ottilien und vieler Wohltäter der Grundstein für ein neues Altersheim mit 50-80 Betten, eine kleine Kapelle für ca. 180 Besucher und ein Gebäude mit 12 Zimmern für die Mitbrüder im Rahmen einer Hl. Messe gelegt werden konnte. Vor dem Wintereinbruch gelang es noch, einen Teil der Rohbauten fertig zu bringen. Wegen des strengen Winters im Nordosten Chinas konnte erst Ende April 2013 weitergebaut werden. Noch vor dem erneuten Wintereinbruch war auch der Innenausbau fertig. Am Benediktusfest im Juli dieses Jahres wird die offizielle Einweihung erfolgen.


„Lumen Caecis – Licht für die Blinden“ ist das Motto unserer Kongregation. Die Hl. Ottilia soll bei ihrer Taufe von ihrer Blindheit geheilt worden sein. Vor zwei Jahren besuchte ich das Kloster Tororo in Uganda, wo in der dortigen Augenklinik dieser Spruch durch eine Augenärztin seit Jahren in die Tat umgesetzt wird. 26527 Patienten wurden im letzten Jahr dort behandelt, wohl gemerkt ausschließlich Augenkranke. Davon bekamen 3348 eine neue Brille und 1907 Patienten wurden operiert. Unter ihnen war Boniface Okuma, der mit 48 Jahren vollkommen blind geworden war. Als sein Sohn von der Augenklinik in Tororo hörte, brachte er seinen Vater dorthin. Es wurde grauer Star festgestellt. Durch eine Operation wurde die getrübte Linse entfernt und eine künstliche eingesetzt. Heute ist er überglücklich, dass er wieder sehen kann. Noch drastischer war das Schicksal eines siebenjährigen Jungen. Wegen einer Erbkrankheit wurde er kurz nach seiner Geburt blind. Ebenfalls durch Zufall hörten die Eltern von der Augenklinik in Tororo. Er wurde dort mehrere Wochen lang behandelt. Man kann sich das Glück der Eltern und die Freude des Jungen kaum vorstellen, als er nach 7 Jahren wieder sehen konnte. Die Arbeit der Augenklinik wird auch von der Regierung anerkannt und in Fernsehberichten mit höchstem Lob bedacht.


Es sind jetzt mehr als 60 Jahre her, dass Tokwon, unser Kloster in Nordkorea, von den Kommunisten aufgehoben und die Mönche vertrieben wurden. Doch die Erinnerung an die Mitbrüder, die sich für die Kirche in Nordkorea eingesetzt haben, ist immer noch lebendig. Die Abtei Waegwan sucht weiterhin im Rahmen des Möglichen sich für die Menschen im Norden einzusetzen. So wurde 1997 an der nordkoreanischen Grenze nach China mit dem Bau eines Krankenhauses begonnen. 2005 wurde der erste Bauabschnitt mit 100 Betten eingeweiht. Vier Jahre später konnte ein Erweiterungsbau errichtet werden. Wir Benediktiner hoffen auf die baldige Seligsprechung der 38 Märtyrer von Tokwon, die von den Kommunisten nach der Machtergreifung umgebracht worden waren. Die koreanische Kirche ist während ihr über 200 jährigen Geschichte aus dem Blut von annähernd 80 000 Märtyrern hervorgegangen. In ähnlicher Weise haben auch die Mitbrüder, die in Nordkorea die Frohe Botschaft verkündet haben, mit der Hingabe ihres Lebens ihren Glauben an Gott bezeugt.


In Digos/Philippinen ging die Gesamtverantwortung  für die Landwirtschaft und Viehhaltung an Br. Walbert über. Sein vorrangiges Ziel ist es, den Milchertrag der Kühe weniger durch die Vergrößerung der Zahl der Tiere als durch besseres Gras zu steigern. So wurde zunächst kurzfristig der Kuhstall auf ein neu erworbenes Stück Land in 10 km Entfernung vom Kloster verlegt. Leider musste die Schweinezucht und Schweinemast wegen der teuren Futtermittel und der vielen Klagen über Geruchsbelästigung auf dem bisherigen Gelände neben dem Kloster eingestellt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt hofft man, einen neuen Stall auf einem vom Kloster der Diözese Digos geliehenen  5 ha großen Land bauen zu können.


Am 02. Ostersonntag wurden in Rom von Papst Franziskus die beiden Päpste Johannes XXIII.  und Johannes Paul II. heilig gesprochen. Mit diesen beiden Heiligen fühlt sich Br. Bonaventura Schuster von Waegwan in besonderer Weise verbunden. 1959 erhielt er nämlich in der St. Peterskirche in Rom aus der Hand von Papst Johannes XXIII. das Missionskreuz für Korea überreicht. Grund genug, dieser Sendung treu zu bleiben. Und Papst Johannes Paul II., der lange von der Parkinson-Krankheit geplagt war, könnte ihm helfen, von dieser Krankheit geheilt zu werden, an der er schon über 5 Jahre leidet. Als Br. Bonaventura vor 60 Jahren am 21. April als frisch gebackener Schneidergeselle in St. Ottilien eintrat, legte er auch einen Stein vom Hof seines Elternhauses mit in den Koffer. Dieser Stein begleitete ihn auch vor 55 Jahren nach Korea. Beim Neubau der Abteikirche nach dem großen Brand wurde dieser Stein in das große Altarkreuz eingefügt. So ist ihm seine Heimat immer gegenwärtig und er fühlt sich verpflichtet, tagtäglich für die Menschen im „schönsten Dorf“ Deutschlands  zu beten.
Wenn Südafrika am 7. Mai, also fast genau 20 Jahre nach dem Ende der Rassentrennung und der Vereidigung von Nelson Mandela zum ersten schwarzen Staatspräsidenten, zum fünften Mal an die Wahlurnen geht, dürften die Schlangen wartender Menschen weit kürzer als damals sein. Dass dies so ist, liegt vor allem daran, dass der frühere Apartheid-staat mittlerweile in einer Normalität angelangt ist. Zwar ist die Bürgerkriegsgefahr von damals gebannt, doch hat das Land nun ganz andere Sorgen: Es ist von Kriminalität, sozialen Gegensätzen, gedankenlosem Schlendrian und einer Alltagskorruption durchzogen, wie sie viele andere Schwellenländer auch kennen. Von der Regenbogennation, wo Gut über Böse triumphiert und die Südafrikaner Hand in Hand gemeinsam in die Zukunft marischieren, ist das Land hingegen weit entfernt. Nach Wolfgang Drexler, einem langjährigen Afrika-Korrespondenten, verdecken sowohl Panikmache wie Verklärung die Realität, dass Südafrika in den letzten Jahren gelernt hat, ohne seinen Gründervater zu leben. Das Land besitzt eine oft dreckige, ja deprimierende, andererseits auch hoffnungsvolle, inspirierende und lebendige Demokratie. Dass es dem regierenden Afrikanischen Nationalkongress (ANC) bei allen Versuchen bislang nicht gelungen ist, die Verfassung des Landes auszuhebeln, verdankt Südafrika vor allem seiner lebendigen Bürgergesellschaft, insbesondere den kritischen Medien, aber auch der unabhängigen Justiz. Auch ist die Opposition am Kap weit lebendiger und dynamischer als viele glauben.


Übrigens, nicht wenige Analysten trauen der Opposition zu, bei den Wahlen im Mai, der ANC einige Punkte abzujagen, doch an einem klaren Wahlsieg von Präsident Zuma  zweifelt eigentlich niemand. Dazu ist der ANC auch 20 Jahre nach seinem Machtantritt bei den Schwarzen eine viel zu starke Macht. Auch profitiert die Partei noch immer vom Namen Mandela.
P. Leo Eireiner aus Inkamana wird Mitte Juni der erste Heimaturlauber dieses Jahres sein. Er bleibt zwei Monate hier. Letzten Monat starb der Bruder unseres Br. Markus Forster in Linz. Br. Markus, der Druckermeister von Ndanda, nahm an seiner Beerdigung teil. Zu einer Kurzvisite nach Schweiklberg kommt nächste Woche auch der Bischof von Eshowe, um seine ehemaligen „Inkamana-Leute“ zu besuchen.


Wir haben den Mai begonnen. Gerne empfehle ich Sie alle zum Schluss dem Schutz Mariens. Möge sie ihre schützende Hand über Sie halten.
Ihr Schweiklberger Missionsprokurator P. Stephan Raster OSB

Die Jahreshauptversammlung des Mariahilf-Missionvereins findet in diesem Jahr am Dreifaltigkeitssonntag, 15. Juni 2014, statt. Es ergeht an alle Mitglieder des Missionvereins herzliche Einladung. 9.00 Uhr Festgottesdienst; 10.15 Uhr Jahreshauptversammlung im St. Beda-Haus.

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