Liebe Mitbrüder, Freunde und Wohltäter!

„Durch die Taufe sind wir Glieder des Leibes Christi geworden. Mit ihm sind wir durch den Tod hindurchgegangen. Er hat für uns den Tod überwunden. An ihm erkennen wir die Macht und Entschlossenheit Gottes, auch uns am neuen und ewigen Leben teilhaben zu lassen.“ Diese Worte aus der Predigt von Abt Rhabanus in der Osternacht werden für uns lebendig, wenn wir am Grab eines Mitbruders und eines nahen Verwandten oder Bekannten stehen. Das war in der vergangenen Berichtszeit wieder öfter der Fall.


Vom überraschenden Sterben unseres P. Leopold berichtete bereits der vorausgegangene Missionsbrief. Am 13. Mai zur Mittagsstunde verstarb in unserer Krankenabteilung, einen Tag nach seinem 81. Geburtstag, nach längerem Leiden Altabt Anselm Schulz. Er hat als vierter Abt von Schweiklberg von 1967 bis 1982 unsere Klostergemeinschaft geleitet.
Die Regierungszeit von Abt Anselm war eine Umbruchszeit mit ihren besonderen Erfordernissen und Problemen, auf die Abt Anselm mit jugendlichem Elan – er war bei seiner Wahl 36 Jahre alt – reagierte. Von dem was Abt Anselm Schulz für die klösterliche Gemeinschaft geleistet hat, seien nur erwähnt: Die Umsetzung der Konzilsbeschlüsse und der Beschlüsse des zehnten und elften Generalkapitels in der Zusammenführung der klösterlichen Gemeinschaft, die Einführung des deutschen Stundengebetes, die Verwirklichung der Liturgiereform des Zweiten Vatikanums, wozu auch die Neugestaltung der Abteikirche gehörte. Außerdem standen viele andere Änderungen im wirtschaftlichen Bereich an, zum Beispiel die Erneuerung der Außenanlagen des Klosters. Ein besonderes Verdienst hat sich Abt Anselm auch durch den Umbau des Exerzitienhauses zu einem modernen Bildungshaus erworben. Zu den vielen Aufgaben des jungen Abtes gehörten aber auch der Vorsitz in der VDO (Vereinigung der Deutschen Ordensoberen), die Teilnahme an der Synode der Deutschen Bistümer und der Vorsitz in der liturgischen Kommission der Salzburger Äbtekonferenz. In dieser Funktion hat er sich besonders um die Herausgabe des erneuerten Stundenbuches bemüht. 1981 wurde er für seine Einsätze innerhalb und außerhalb des Klosters mit dem Bayerischen Verdienstorden geehrt. Es ist nicht verwunderlich, dass der gesundheitlich nicht gefestigte Abt bald an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit kam. Am 25. Januar 1982 legte er nach 15 Jahren unermüdlichen Einsatzes das äbtliche Amt nieder.
Nach seiner Resignation übernahm er in der Erzdiözese München die Aufgabe des Pfarradministrators und Leiters des Pfarrverbandes Münsing-Holzhausen. Zehn Jahre lang war er auch Dekan des Dekanates Wolfratshausen. Darüber hinaus gab er Religionsunterricht an der Oberstufe des Ickinger Gymnasiums. Nach seinem Goldenen Priesterjubiläum 2006 zog er sich in das Augustinusstift in München zurück, leistete aber auch von dort aus, so lang es ihm gesundheitlich möglich war, Aushilfen in Wolfratshausen und München. Im Herbst 2011 ent-schloss er sich, das Angebot von Abt Rhabanus anzunehmen und in sein Professkloster zu-rückzukehren, wo er in der Krankenabteilung bei Br. Franziskus liebevolle Aufnahme und Pflege fand. Am 16. Mai feierten wir für unseren Altabt Anselm das Requiem in der Abteikir-che und betteten ihn anschließend in der Äbtegruft des Klosterfriedhofs zu letzten Ruhe. V. Abt Rhabanus konnte dazu die drei noch lebenden Brüder und die Verwandten des Verstorbe-nen, außerdem Erzabt Jeremias und als Vertreter der Erzdiözese München  Prälat Kastenhofer, sowie die vielen Gläubigen aus den Pfarreien Münsing, Degerndorf und Holzhausen zusammen mit dem stellvertretenden Bürgermeister und den Fahnenabordnungen begrüßen. Als Konzelebranten waren neben Erzabt Jeremias und unseren Patres und Altabt Christian Schütz  Abt Thomas Freihart, Weltenburg, P. Remigius Rudmann, St. Ottilien, P. Prior Christoph Gerhard, Münsterschwarzach, Prälat Kastenhofer und der geistliche Bruder des Verstorbenen, Prof. Ehrenfried Schulz am Altar. R.I.P.
An Nachmittag des Begräbnistages von Altabt Anselm nahmen P. Prior Matthias, P. Stephan und Br. Raymund am Begräbnis von Herrn Willi Stumpf in Regen teil. Herr Stumpf, der Bruder unseres verstorbenen P. Dietrich, ein engagierter Schulmann, Rektor der neuen Haupt-schule von Regen, war auch ein großer Wohltäter und Missionsförderer unseres Hauses. – Am 11. Mai wurde im Klosterfriedhof Mallersdorf die ehemalige Generaloberin Sr. Ignatia Lau-tenbacher, eine gebürtige Vilshoferin, begraben. P. Matthias, P. Michael und Altabt Christian waren bei der Beerdigung anwesend. – V. Abt Rhabanuns nahm am 08. Mai am Begräbnis von Prälat Max Thurnreiter in Passau teil, der am 03. Mai im Alter von 100 Jahren verstorben war. – Am 25. April verstarb nach schwerer Krankheit der Neffe unseres Br. Sales, Herr Johann Gottanka im Alter von 55 Jahren. - V. Abt hielt am 06. Mai vor einer zahlreichen Trauerversammlung den Gedächtnisgottesdienst für Herrn Wolfgang Niederhofer, der im vergan-genen Jahr an Herzschlag verstorben war. Alle unsere lieben verstorbenen Mitbrüder, Ver-wandten und Bekannten seien dem Gebet empfohlen.


Jetzt noch zu einigen Ereignissen der letzten Zeit. Mit Spannung wird jedes Jahr die Orgelnacht erwartet, die von der Presse schon lange im Voraus verkündet wird. Heuer war es am 04. Mai wieder soweit. Von sechs „hochkarätigen“ Organisten bespielt, verzauberte unsere Klaisorgel wieder eine (Vollmond) Nacht lang das allerdings nicht ganz so zahlreich wie im vergangenen Jahr erschienene Publikum. Am 03. Juni wird eine eigene Konzertreihe in unserer Abteikirche eröffnet. Zum Dreifaltigkeitssonntag spielen Herr Prof. Weinberger und Frau Beatrice-Maria Weinberger Musik für zwei Orgeln und Orgel-Duo. Die Reihe schließt am 16. Dezember mit einem Geistlichen Konzert zum Advent. Organisator des „Musikzaubers Schweiklberg“ ist der Passauer Domorganist Ruckdeschel, Schirmherr Abt Rhabanus Petri.


Ebenfalls ein fester Termin im Jahresablauf unserer Gemeinschaft sind die Jubiläen. Wir feierten sie dieses Jahr am Pfingstmontag, dem 28. Mai. Zu den Jubilaren dieses Jahres gehörten P. Michael Mayer und P. Gregor Bergenthal, die beide vor 60 Jahren ihre Profess abgelegt hatten. P. Gregor konnte wegen Krankheit leider nicht an der allgemeinen Feier teilnehmen. Auch die Mitbrüder mit 50 Jahren Profess waren ferne, nämlich in El Rosal: P. Prior Markus Dworschak und P. Gregor Norbert Zeilinger. So konnte V. Abt Rhabanus diesmal keine Altersstäbe überreichen. Vor 25 Jahren hat Br. Clemens Wittmann seine ersten Gelübde abgelegt. P. Georg Straßer wurde zusammen mit dem kurz zuvor verstorbenen P. Leopold Meier am 08. Juli 1962 von Bischof Simon Konrad in der Abteikirche zum Priester geweiht. Es war die erste Priesterweihe, die der Chronist miterleben durfte. Nach dem üblichen Phototermin lud V. Abt zu einem Stehempfang im Garten des St. Beda-Hauses ein. Anschließend kamen die Festgäste zum gemeinsamen Mahl ins Klosterrefektorium. Am Abend dieses Tages hielten wir die gemeinsame Maiandacht mit Lichterprozession zur Marienkapelle im St. Beda-Haus-Park. Am 12. Mai durfte V. Abt Rhabanus  Herrn Henning Dembski, bisher Organist in Korschenbroich am Niederrhein, als Postulanten in unsere Gemeinschaft aufnehmen. V. Abt wird ihn selber als Novizenmeister durch die Probejahre begleiten. P. Michael Mayer steht ihm dabei zur Seite.


Frohe Sommerwochen wünscht Ihnen zum Schluß
Ihr Schweiklberger Chronist P. Matthäus Kroiß OSB

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