Liebe Mitbrüder, Freunde und Wohltäter!

Interessant ist jedes Jahr der Jahresrückblick von Abt Gottfried Sieber aus Inkamana/Südafrika, spiegelt er doch das Kommen und Gehen, die geistige und wirtschaftliche Entwicklung des Klosters wider. Auch das Jahr 2013 brachte für die Abtei einige wichtige Veränderungen.  Durch den Tod  von Br. Cosmas Kihirimana und die Rückkehr von P. Eugen Badtke in die Erzabtei St. Ottilien ging die Zahl der Mitbrüder weiter zurück. Zur Zeit gehören der Klostergemeinschaft 15 Patres mit ewigen Gelübden an, darunter 5 Deutsche (unter ihnen P. Leo Eireiner aus Schweiklberg), 4 Malawier, 2 Südafrikaner, 1 Amerikaner, 1 Kenianer, 1 Namibianer und 1 Inder;  15 Brüder mit ewigen Gelübden, die alle im Kloster beschäftigt sind;  5 Brüder mit zeitlichen Gelübden, darunter 3 Südafrikaner und 2 Namibianer; fünf Novizen und 2 junge Kandidaten aus Namibien und Sambia.


Zwar hatten an einer „Komm und Sieh-Woche“ 28 junge Männer teilgenommen, aber nur zwei von ihnen trauten sich im Juni tatsächlich ins Kloster einzutreten. Nachdenklich macht auch die Tatsache, dass die Gemeinschaft im letzten Jahr weder eine Priesterweihe noch eine ewige oder zeitliche Profess erleben durfte.


Als das Kultusministerium anfangs Januar die Abiturergebnisse von 2013 bekannt gab, hatten die SchülerInnen der Inkamana High School allen Grund zur Freude.  Alle hatten nicht nur die Schlussprüfung bestanden, sondern auch die nötige Punktezahl für ein Studium an einer Universität erreicht. - Die Abiturergebnisse müssen im Zusammenhang mit den Herausforderungen gesehen werden, denen sich das Kultusministerium in Südafrika gegenübersieht. Die Erfolgsquote in ganz Südafrika  lag bei 78,2% und war somit die höchste in den letzten 20 Jahren. Die Privatschulen schnitten allerdings wesentlich besser ab. Von den Kindern, die eine Privatschule besuchten, bestanden 98,5% das Abitur. Insgesamt ist die Schulsituation immer noch besorgniserregend. Von den 1,1 Millionen Kindern, die 2001 die erste Klasse besuchten, schafften es nur 562 000 bis zur 12. Klasse und von ihnen bestanden nur 440 000 das Abitur

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Entsprechend dem Mondkalender, der in Asien eine große Rolle spielt, begann auch in Korea am 31. Januar das Jahr des „Pferdes“. „Pferd“, das bedeutet Schnelligkeit, Kraft, Schönheit und Freundschaft. Es sind Eigenschaften, die das Kloster Waegwan durchaus brauchen kann. In der Weihnachtswoche veranstaltete das Kloster einen Riesenbazar zugunsten karitativer (Erweiterungsbau des kath. Krankenhauses in Rason/Nordkorea) und missionarischer Einrichtungen (Schreinerei in Togo/Westafrika). An die 20 000 Menschen bevölkerten zeitweise das Klostergelände. Fünf junge Mitbrüder legten am 15. Januar, dem Fest der hl. Placidus und Maurus, ihre feierliche Profess ab. Im Januar jährte sich auch zum 60. Mal der Tag, an dem die im Mai 1949 von den Kommunisten verhafteten 41 Missionare und Tutzinger Schwestern nach vierjährigem Arbeitslager in Nordkorea wieder nach Deutschland zurückkehren konnten. Mit dabei waren auch unsere Schweiklberger Patres Honorat, Gabriel und Plazidus. 29 Mitbrüder kamen in der kommunistischen Gefangenschaft um, verhungerten oder wurden erschossen. Kaum genesen kehrten bereits ein Jahr später die Patres Honorat und Plazidus wieder nach Südkorea zurück. Sie gehörten zur Gründungsmannschaft des späteren Klosters Waegwan.


Am 28. Februar 2014 konnte die Mädchen High School in Mazinde Juu ihr 25-jähriges Gründungsjubiläum feiern. Die Ursprünge dieser Schule gehen in die 40-er Jahre zurück. Damals besaßen die Engländer Sir William Leeds und seine Frau in Mazinde in der Nähe von Mombo eine Sisal-Plantage. Einige Jahre nach dem Tod Sir Leeds im Jahre 1942 schenkte die Witwe Haus und Grund der katholischen Kirche und kehrte nach England zurück. Zunächst wurde das Privathaus der Leeds in den Jahren 1966 – 69 als Schulungszentrum für Ordensschwestern benützt, unterstützt durch Misereor, dann aber später vernachlässigt. Erst im Jahre 1978 beauftragte Bischof Maurus Komba von Tanga eine kleine Gruppe von Diözesanschwestern, in Mazinde Juu eine Haushaltungsschule für Mädchen zu errichten. Im Jahre 1982 nahm sich schließlich P. Damian Milliken, der kurz zuvor zum Spiritual der Schwestern ernannt worden war, der Sache an. Er renovierte nach und nach die existierenden Gebäude, baute die Wohnräume zu Klassenzimmern  um und errichtete Schlafsäule für die Mädchen. Im Jahre 1988 gab der Nachfolger von Bischof Komba, Bischof Telesphore Mkude, die Erlaubnis, die Planungen für eine High School für Mädchen zu beginnen. Am 28. Februar 1989 wurden die Türen offiziell geöffnet für die erste Klasse von 40 Schülerinnen. Das weitere Wachstum von Mazinde Juu war ein ständiger Kampf gegen Widerstände von Eltern, Beamten und eigenen Mitbrüdern, die der Meinung waren, Mädchen sollten nicht studieren, sondern arbeiten, heiraten und Kinder bekommen, und von einem Mangel an finanziellen Mitteln zum Ausbau der Schule. Aber trotz dieser Schwierigkeiten konnten immer wieder Ordensschwestern nach Amerika zum Lehramtsstudium geschickt werden. Inzwischen haben 12 Schwestern ihr Studium beendet und geben nun als hauptamtliche Lehrerinnen ihr Wissen an die Schülerinnen weiter. Die jetzige Direktorin der Mädchen High School, Sr. Eveta Kilamba, hat nicht nur den Titel eines Master of Education des Nazareth College of Rochester, sondern gehörte zu den Mädchen der Eröffnungsklasse von 1989. Heute gehört die Schule zu den 10 besten im ganzen Land. Über 670 Mädchen, verteilt auf sechs Schuljahre, besuchen zu Beginn dieses Schuljahres die Mädchen High School in Mazinde Juu. Ein Erfolgskapitel ohnegleichen. Auf der Bubenseite ist inzwischen ein ähnliches Projekt im Gange.  

Die Streitfrage, wer in Tanzania das Recht zum Schlachten von Tieren besitzt, ist spätestens seit der Ermordung des anglikanischen Pastors Kachila ein brisantes Thema im ganzen Land geworden. Pastor Mathayo Kachila wurde am 2. Februar letzten Jahres von radikalen Muslimen der Kopf abgeschlagen, als er sich dafür einsetzte, dass Christen in der Geita-Region im Norden Tanzanias dieselben Schlachtrechte zuteil werden sollten wie den Muslimen. Bisher galt es als ungeschriebenes Gesetz, dass insbesondere Muslime für das Töten von Nutztieren zuständig sind. Die Ursache liegt im Gebot des Islam, ausschließlich halales Fleisch zu verzehren. Seitdem aber vor einiger Zeit bekannt wurde, dass Schlachten auch ein Akt der Anbetung Allahs darstellt, weigern sich manche Christen, das Fleisch von Tieren zu essen, die von Muslimen geschlachtet wurden. Nach anglikanischer Überzeugung in Tanzania dürfen Gläubige keine anderen Götter ehren. Daher verzichten sie auf halales Fleisch, um nicht ungewollt an der Anbetung Allahs beteiligt zu sein. Die Ermordung von Pastor Kachila gilt als bisheriger Höhepunkt des Konflikts. Nicht zuletzt aufgrund des Vorfalls in Geita trafen sich die Vertreter der religiösen Führer der Anglikaner und der Muslime. Nach Aussage der Christen biete sich als mögliche Lösung an, jede Glaubensgemeinschaft schlachte ihre Tiere für den Eigenkonsum selbst. Allerdings sind den religiösen Führern bei der Umsetzung der Vorschläge die Hände gebunden. Denn in Tanzania sind Entscheidungen und Regelungen über das Schlachtrecht Sache der Politik.

Missionsprokura Abtei Schweiklberg, HypoVereinsbank Vilshofen a.D.
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Anmerkung: Die Jahreshauptversammlung des Mariahilf-Missionsvereiens findet in diesem Jahr am Dreifaltigkeitssonntag, 15. Juni 2014 in Schweiklberg statt.


Eine gesegnete Fastenzeit wünscht Ihnen von ganzem Herzen
Ihr Schweiklberger Missionsprokurator P. Stephan Raster OSB

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