Liebe Mitbrüder, Freunde und Wohltäter!

Am 17. Februar vergangenen Jahres waren es 50 Jahre, dass das Kloster Waegwan zur Abtei erhoben wurde. Noch war der Koreakrieg nicht zu Ende, als sich 1952 die koreanischen Benediktiner, die ihre Klosterheimat in Tokwon in Nordkorea verloren hatten und in den Süden geflüchtet waren, zuerst in Pusan, dann in Taegu und schließlich in Waegwan sammelten. 12 Jahre nach dem Neuanfang, am 17. Februar 1964, wurde Waegwan zur Nachfolgeabtei der Klöster in Seoul und in Tokwon erhoben. Die Mönche wählten P. Odo Haas zum ersten Abt des neu errichteten Klosters. Abt Odo, der als einer der Ältesten in Waegwan lebt, konnte so am 28. April sein Goldenes Abtsjubiläum feiern
Vom 7. August bis zum 31. Oktober gab es in Seoul unter dem Namen „Ode an das kleine West- und Osttor“ eine interessante Ausstellung über die Geschichte der katholischen Kirche in Korea. Die Benediktiner hatten von 1909 bis 1927 ihr Kloster in der Nähe des kleinen Osttors von Seoul gehabt, bis sie nach dem verlorenen 1. Weltkrieg von dem damaligen französischen Bischof nicht gerade brüderlich – auch wenn es der Geschichtsschreiber von Waegwan Dr. Mahr, Würzburg nicht wahrhaben möchte – aus der Hauptstadt „hinauskomplimentiert“ wurden. Daher befasste sich ein erheblicher Teil der Ausstellung mit der Geschichte der Seouler Abtei.
2014 gab es eine größere Veränderung für die Klostergemeinschaft. Das 1987 von Waegwan gegründete Kloster des Hl. Josef in unmittelbarer Nähe von Seoul wurde am 19. März zu einem selbstständigen Konventualpriorat erhoben. Damit schieden die Mitbrüder von St. Josef aus der Klostergemeinschaft von Waegwan aus. Am 19. März verlas während eines Gottesdienstes Abtpräses Jeremias Schröder das Dekret der Erhebung zum Konventualpriorat. Am 21. März wurde dann P. Pachomius Choi auf sechs Jahre zum ersten Konventualprior gewählt. Am folgenden Tag feierte der Bischof von Uijongbu, zu dessen Bistum das Josefskloster gehört, die Eucharistiefeier als Dank und Bitte um Gottes Segen. Die Gemeinschaft zählt zurzeit 14 Mitbrüder.
Zu erwähnen ist auch noch, dass in Kumnam am 8. Mai die dortige klösterliche Gemeinschaft aus 5 Mitbrüdern, die im Altersheim leben und arbeiten, kirchenrechtlich als ein von der Abtei Waegwan abhängiges Haus kirchenrechtlich anerkannt wurde. Das Altenheim, ursprünglich von P. Ansgar Müller in Sonsan errichtet, besteht seit 1992 in Kumnam, 7 km von Waegwan entfernt. Die Mitbrüder betreuen etwa 50 alte Männer und Frauen.
In der Abteikirche konnten im vergangenen Jahr zwei größere Orgelkonzerte veranstaltet werden. Das Erste am 16. April aus Anlass eines Schiffsunglücks, bei dem 250 Schüler(innen) ertrunken waren. Es wirkten Chöre und Musiker aus dem ganzen Land mit. Das Zweite am 14. September mit einem Organisten aus der Abtei Montserrat in Spanien.
Am 13. Januar 2014 konnten zwei Brüder ins Noviziat aufgenommen werden. Am folgenden Tag legte Br. Arcontius seine ersten Gelübde ab. Am 15. Januar war die feierliche Profess von fünf jungen Mitbrüdern. Im Laufe des Jahres traten wieder drei junge Männer ins Kloster ein. Mitte des Jahres kam Br. Jonathan Columban Komi Alou aus Togo/Westafrika nach Waegwan, um sich in der Abtei als Bäcker ausbilden zu lassen. Vorerst lernt er aber in Taegu die koreanische Sprache. Am 1. Adventssonntag hat Papst Franziskus ein „Jahr des Geweihten Lebens“ ausgerufen, das bis zum 2. Februar 2016 dauern soll. Dazu sagte der Heilige Vater: „Wo Ordensleute zusammen leben, herrscht Freude“. Um dieser Freude auch entsprechenden Ausdruck zu verleihen, hatte Abt Blasius alle Mitglieder der Männer- und Frauenorden zu einem Festgottesdienst mit anschließender Bewirtung nach Waegwan eingeladen. Die Kirche war zum Bersten voll. Der Gottesdienst wurde vom Fernsehen übertragen. So viel gelacht, gesungen und getanzt wurde wohl selten in einem Kloster. Dank an alle, die diesen Tag mitgestaltet haben.
In seinem letzten Rundbrief aus der Abtei Inkamana schrieb Abt Gottfried, dass unmittelbar nach Ostern 2014 P. Gerard Lagleder das Flugzeug nach Europa zu einer alljährlich stattfindenden Spendensammelaktion für das Zentrum des seligen Gerhard bestiegen hatte. Das Zentrum in Mandeni besteht aus einem 45 Betten großen Hospital, einem Kindergarten sowie mehreren anderen sozialen Einrichtungen, die alle auf die Unterstützung von Wohltätern angewiesen sind. Ende Juli war P. Gerard wieder zurück. P. Oswald Gomani flog am 29. Juli nach Kenya, um sich an der Katholischen Universität in Nairobi für einen Kurs in Management und Verwaltung einzuschreiben. Br. Kevin Thumbalabwazi machte vom 11. August bis zum 15. September in der Erzabtei St. Ottilien den vierwöchigen Studienkurs der Kongregation mit. 14 Tage später flog Abt Gottfried flog nach Kolumbien. Er nahm in El Rosal an der „Konferenz der höheren Oberen“ der Kongregation teil. Ein Zwischenstopp in Havanna vermittelte einen kurzen Einblick in die Entwicklung des Hauses. Die Kongregation von St. Ottilien ist jetzt mit dem neu eröffneten Haus in Kuba in nicht weniger als 20 Ländern vertreten. In Europa hat sie Abteien und Häuser in Deutschland, Österreich, Spanien und in der Schweiz; in Asien sind es die Länder China, Indien, die Philippinen und Südkorea. Auf dem afrikanischen Kontinent sind die Benediktinermissionare von St. Ottilien in 7 Ländern tätig, nämlich in Kenya, Namibia, Südafrika, Tanzania, Togo, Uganda und Sambia. In Amerika in den USA, Kolumbien und Venezuela. Nach Beendigung ihres zweijährigen Noviziates legten Br. Franz Kuutondeka aus Namibia und Br. Emmanuel Suntheni aus Malawi am 5. Juli die zeitliche Profess ab. Damit banden sie sich für zwei Jahre an die Gemeinschaft von Inkamana und können so weiterhin prüfen, ob sie wirklich zum benediktinischen Leben berufen sind. Ende des Jahres 2014 trat Abt Gottfried nach 12-jähriger Tätigkeit als Oberer von Inkamana zurück. Im Kloster Waldfrieden in Namibia will er in den kommenden Wochen und Monaten Abstand gewinnen von seinen Tätigkeiten in Südafrika. Mitte Februar 2015 soll dort ein neuer Oberer gewählt werden.
Ein äußerst pikantes Detail aus der Geschichte von Mazinde Juu möchte ich Ihnen doch nicht vorenthalten. Nach P. Damian Milliken wurde Ende der 60-er Jahre eine junge deutsche Lehrerin mit Namen Katharina Erhard angestellt, um die Hauswirtschaftsschule für afrikanische Ordensschwestern zu leiten. Die Gebäude der Schule waren total heruntergekommen und brauchten eine dringende Renovierung. Zudem hatten sich überall Ratten eingenistet. Aber Katharina, von unerschrockener bayerischer Natur, ließ sich von ihrem Vorhaben nicht abbringen. Mit faktisch kaum nennenswerten Einkünften, aber mit viel harter Arbeit räumten sie und ihre ersten Schülerinnen das Gelände auf und putzten im Herrenhaus so lange, bis das Ganze einer Schule mit Adresse glich. Ein halbes Jahr nach der Eröffnung der Haushaltsschule kamen Gäste aus Deutschland, die die Schule finanziell unterstützten. Kurz vor dem Eintreffen der Gäste informierten die Schülerinnen Katharina, dass kein Wasser mehr aus den Hähnen kam. Da aber die Gäste über Nacht nicht bleiben wollten, schien das der Leiterin der Schule kein allzu großes Problem zu sein. Der vorbereitete englische Tee schmeckte vorzüglich und auch mit dem Fortschritt der Schule waren die Gäste äußerst zufrieden. Da Katharina sich mit der Klempnerei nicht auskannte, nahm sie mit einem deutschen Lutheraner Kontakt auf, der in der benachbarten Handelsschule als Lehrer tätig war. Dieser kam und fand schließlich auf dem Speicher den großen Wassertank. Beim genaueren Inspizieren des Tankes entdeckte er schließlich den Grund, warum aus den Wasserhähnen kein Wasser mehr floss: Ein Dutzend Ratten schwammen ertrunken im Wasser, und eine besonders dicke verstopfte mit ihrem Kopf das Abflussrohr. Vermutlich schmeckte deshalb den Gästen der englische Tee so vorzüglich!!

Alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen wünscht allen
Lesern und Leserinnen der „Schweiklberger Missionsnachrichten“ 

Ihr Missionsprokurator P. Stephan Raster OSB