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Presseartikel über das Kloster Schweiklberg

1 vertragsunterzeichnung beda haus04.09.2015 - Vilshofen: Schon im Mai hieß es: Ende der Pfingstferien ziehen in das ehemalige Gästehaus des Klosters Schweiklberg, das St.-Beda-Haus, "Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge". Doch die Auflagen der Behörden waren strenger als erwartet. Jetzt ist es geschafft: die Verträge sind fix, der Umbau beginnt kommende Woche und Ende Oktober können die ersten der insgesamt 48 Jugendlichen einziehen.

Schon seit Weihnachten hat das mächtige Gebäude mit rund 80 Schlafmöglichkeiten keine Gäste mehr beherbergt. Am Donnerstagnachmittag wurde der Mietvertrag zwischen der Diözese Passau und der Abtei Schweiklberg sowie das Untermietverhältnis zwischen Abtei und dem Kreiscaritasverband Passau unterzeichnet.

Ab November werden im Beda-Haus männliche Flüchtlinge zwischen 14 und 17 Jahren wohnen.Träger der sogenannten "Clearing-und Inobhutnahme-Stelle" ist der Caritasverband für den Landkreis Passau. Dieser betreibt im Landkreis bereits eine Clearing-Stelle in Tettenweis mit 25 sowie eine Erstversorgungs-Einrichtung in Kellberg mit 100 Plätzen, die für die Grundversorgung und Weiterleitung der Jugendliche innerhalb einer Woche sorgt.

Bild oben: Lächelnd unterzeichnen (v. li.) Abt Rhabanus, Finanzdirektor Dr. Josef Sonnleitner und Kreiscaritas-Vorsitzender Herbert Spittler die Mietverträge. Über die Schulter schauen ihnen (hi. v. li.) Norbert Kotschenreuther, Leiter des Referats Stiftungen und Liegenschaften, Kreiscaritas-Vorstandsmitglied Hans Gschwendtner, Caritas-Geschäftsführer Ralph Schmieg und P. Matthias. - Bericht/Foto:  Charlott Friederich

 

 

firmung vof15.07.2015 - Vilshofen: Am Samstag wurden 44 junge Menschen aus der Pfarrgemeinde Vilshofen in der Stadtpfarrkirche gefirmt.

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Bernhard Oberneder begrüßte dazu als Firmspender Abt Rhabanus vom Kloster Schweiklberg. Anna Sperlein bat Abt Rhabanus im Namen ihrer Mitfirmlinge um die Spendung der Firmung. Gut vorbereitet haben sich die jungen Christen auf dem Weg zur Firmung, der sie zu vollwertigen Mitgliedern der Kirchengemeinde macht. Unter Anleitung von Kaplan Carl Christian Snethlage und Gemeindereferentin Sabine Greineder durften die jungen Christen erfahren, dass Kirche durch das Engagement ihrer Mitglieder lebt. In der Pfarrei-Rallye lernten sie die verschiedenen Jugendgruppen der Pfarrei St. Johannes kennen. Das Mitwirken an der Liturgie konnte beim Lesen von Fürbitten im Gottesdienst, als Helfer bei der Kinderkirche oder beim Mitsingen in einer kirchlichen Musikgruppe erfahren werden. Aber auch an sozialen Projekten beteiligten sich die Firmlinge beim Sternsinger-Gehen, bei der Vilshofener Tafel, der Stadtbücherei oder im Seniorenheim.

Abt Rhabanus begann seine Firmpredigt mit einer Frage an die Firmlinge: "Wer von Euch wurde schon einmal gelobt?" Gottlob streckten sich doch alle Finger daraufhin in die Höhe. "Nicht geschimpft ist genug gelobt", heiße es in einem geflügelten Wort in Bayern. Abt Rhabanus aber führte aus, wie wichtig es ist, die Wertschätzung für einen anderen Menschen auch auszudrücken. Auch Gott habe dies nach der Taufe Jesu getan: "Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe (Mt, 3-17)." Nur wer in Gesellschaft und Familie angenommen sei, lerne christliche und menschliche Werte wie Liebe, Sanftmut, Friede und Güte.

Nach seiner Predigt spendete Abt Rhabanus Petri die Firmung, salbte die Firmlinge mit Chrisam und stärkte sie damit in ihrer Entscheidung, ein vollwertiges Mitglied der Kirche sein zu wollen. Auch fand er für jeden Firmling persönliche Worte. Als Abschluss der Zeremonie überreichte er mit Gemeindereferentin den Firmlingen das Firmzeugnis und die gebastelten Goldtaler aus der Aktion "Wo dein Schatz ist, ist auch dein Herz", mit denen sich die Firmlinge der Pfarrei vorgestellt hatten.

Regionalkantor Martin Bender an der Orgel und der Magnificat-Chor unter der Leitung von Sabine Greineder umrahmten den Firmgottesdienst mit schwungvollen Liedern, die sich die Firmlinge bei den Gemeinschaftstagen selbst ausgesucht hatten.                                -eb-

Bild oben: Die Firmlinge der Pfarrgemeinde Vilshofen mit Abt Rhabanus Petri. − Foto: Jeske

beda haus pressefoto27.05.2015 - Vilshofen: Es hat mehrere Anläufe gegeben, eine sinnvolle Verwendung für das St.-Beda-Haus, das zum Kloster Schweiklberg gehört, zu finden. Der neueste Plan ist sehr konkret: Spätestens am Ende der Pfingstferien in knapp zwei Wochen sollen dort "Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge" untergebracht werden. Träger der Einrichtung wird der Caritasverband für den Landkreis Passau sein.

Der Druck ist enorm. Vor Pfingsten erfolgten die bisher höchsten Aufgriffe des Jahres von Flüchtlingen im Jugendalter. Der Landkreis Passau wusste nicht mehr, wo er die 13- bis 17-Jährigen, die fast alle aus Afghanistan stammen, unterbringen sollte. Es wurde kurzfristig die Dreifachturnhalle in Hauzenberg in Beschlag genommen. Doch die Stifter-Halle muss nach den Ferien wieder für Schulzwecke zur Verfügung stehen. In der Realschule stehen Prüfungen an.

Die Caritas wurde mit der Betreuung der Jugendlichen beauftragt. Sie betreut bereits die Notunterkünfte in Tettenweis, Büchlberg und das "Mariandl" in Salzweg. Wissend um die leerstehenden Räume im St.-Beda-Haus, wurde gestern das Kloster Schweiklberg gefragt, ob es bereit ist, das ehemalige Gästehaus gegen Miete zur Verfügung zu stellen. Die Zusage kam schnell. Das Benediktiner-Kloster sieht sich aber nicht in der Lage, in eine Verbesserung der Infrastruktur zu investieren. Notwendig ist eine Verbesserung der Elektrik und der Wasserversorgung. Nach Informationen unserer Zeitung könnten Kosten von 150000 Euro anfallen. Laut Kreiscaritas-Geschäftsführer Ralf Schmieg sieht sich das Bistum in der Pflicht, finanziell helfend einzuspringen.

Es pressiert. Sollten sich keine Firmen finden lassen, die sofort ans Werk gehen, wird in Erwägung gezogen, hinterm Gebäude vorübergehend Container für Duschen und Toiletten aufzustellen. In den Zimmern selbst wird es keine Waschgelegenheit geben.

Das Haus soll vorerst der Erstaufnahme von "Unbegleiteten Minderjährigen Flüchtlingen" dienen. Die Jugendlichen kommen nach der Erstversorgung durch die Bundespolizei nach Schweiklberg. Dort bleiben sie, bis die Unterbringung in einer Nachsorgeeinrichtung (sprich Heim) organisiert ist – in Vilshofen hat beispielsweise die AWO 22 Heimplätze geschaffen. Sollte der Druck nachlassen, ist denkbar, dass Schweiklberg in ein Heim umgewandelt wird. Gegenwärtig wird von einem Mietverhältnis von drei bis fünf Jahren ausgegangen. Es wird laut Schmieg Platz für maximal 50 Jugendliche geschaffen.

Der Caritasverband für den Landkreis Passau steht vor einer großen Herausforderung, da nicht auf unbegrenzt viel Personal zurückgegriffen werden kann. "Wir suchen dringend pädagogische Fachkräfte", sagt Schmieg. Die Jugendlichen werden rundum betreut – auch in der Nacht ist ein Ansprechpartner vor Ort.

Um die besondere Situation wissend, will der Kreiscaritasverband eine Informationsveranstaltung durchführen und die Öffentlichkeit über Details informieren. Dies soll am Donnerstag, 11. Juni, um 18.30 Uhr im Atrium des Gymnasiums in Vilshofen stattfinden. Dabei soll auch die mögliche Interessens-Kollision mit der benachbarten Realschule zur Sprache kommen.

Bild oben: Das mächtige Gebäude schräg gegenüber der Abteikirche steht seit einiger Zeit leer. Das Kloster stellt es für die Aufnahme jugendlicher Flüchtlinge zur Verfügung, will aber keine Investitionen durchführen. − Bericht/Foto: Helmuth Rücker

 

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