Liebe Mitbrüder, Freunde und Wohltäter!

„Herbst, das letzte, schönste Lächeln des Jahres“. Dieser Spruch des amerikanischen Lyrikers William Bryant kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Jahreszeit eine Zeit des Abschieds ist, Abschied vom Sommer und von allem, was wir mit ihm verbinden: Sonne, Urlaub und noch manches andere.


Für unsere Gemeinschaft wurde dieses Abschiednehmen noch in anderer Weise deutlich, als wir am Mittwoch, dem 25. September, am Grab von gleich zwei Mitbrüdern standen. Am frühen Morgen des 23. Septembers sind P. Oswald Wiederer und Br. Bernhard Dünzl in die ewige Heimat hinüber gegangen.


P. Oswald stammt aus Raindorf im Bayrischen Wald, wo er am 13. April 1934 geboren wurde. Noch mit 13 Jahren trat er 1947  in unser Missionsseminar ein und nach dem Abitur 1957 in das Noviziat der Abtei. Die erste Profess legte er am 15. September 1958, die Feierlichen Gelübde am 24. 09. 1961 ab. Die Diakonatsweihe erteilte ihm am 07. Oktober 1962  Weihbischof Jakob Komba von Peramiho in unserer Abteikirche, die Priesterweihe Bischof Simon Konrad Landersdorfer am 29. Juni 1963 im Dom zu Passau. Nach dem Sprachstudium in England wurde P. Oswald am 26. Januar 1964 nach Peramiho ausgesandt, wohin er am 10. Februar abreiste. Mit jugendlichem Elan machte er sich an seine missionarischen Aufgaben, zuerst auf der Station Madunde, dann in Lugarawa, wo ihm sein Stationsoberer das Zeugnis ausstellte, dass er sich restlos für die Pfarrei einsetzte. Die weiteren Stationen des missionarischen Wirkens P. Oswalds waren Matola (1968 – 1971), Uwemba und Litembo (1988 – 2010), eine der größten Pfarreien der Erzdiözese Songea mit 26 000 Christen auf 14 Außenposten. 2010 nahm er aus gesundheitlichen Gründen endgültig Abschied von Litembo und übersiedelte nach Peramiho. In der Außerstation Mharule bekam er neues Betätigungsfeld. Wegen starker Hertzbeschwerden begab er sich 2011 zu einer Bypassoperation ins Klinikum Passau. Bei der Operation erlitt er zwei Schlaganfälle, die ihn seiner Geh- und Sprachfähigkeit beraubten. So musste er seinen endgültigen Wohnsitz in der Krankenabteilung der Abtei Schweiklberg nehmen. Was für diesen unermüdlichen Arbeiter im Weinberg des Herrn der erzwungene Ruhestand auch an seelischem Schmerz mit sich brachte, kann man nur ahnen. So war der Tod eine Erlösung und wir hoffen, dass Gott seinen treuen Arbeiter im Erntefeld der Mission gut auszahlen wird. R.I.P.


Br. Bernhard Dünzl, der mit P. Oswald zur gleichen Zeit in die ewige Heimat hinübergehen durfte, ist wohl den meisten Lesern des Rundbriefes als unermüdlicher Mitarbeiter im Missionsverein Schweiklberg bekannt. Am 09. August dieses Jahres konnte er noch seinen 90. Geburtstag feiern. Gebürtig aus Wassing bei Loizenkirchen trat er nach dem Militärdienst, der ihm ein Bein gekostet hat, am 03. Februar 1053 als Bruderkandidat in Schweiklberg ein. Seine erste Profess legte er am 12. 09. 1955 und die ewigen Gelübde am 14. 09. 1958 ab. Da für Br. Bernhard wegen seiner Beinamputation nur eine sitzende Tätigkeit in Frage kam, wurde der Missionsverein sein Beschäftigungsfeld, wo er unermüdlich bei der Betreuung der Mitglieder und Förderer und bei den vielen anfallenden Pack- und Versandarbeiten tätig war. Etliche tausende von Missionskalendern und Jahresberichten gingen durch seine Hände. Nebenbei entwickelte unser Mitbruder ein umfangreiches Briefapostolat, das er auch nach seinem Ausscheiden aus dem Missionsverein weiterführte. Die letzten Jahre seines Lebens wurde die Krankenabteilung sein Aufenthalt, wo er häufig in der Kapelle anzutreffen war. So war er wohl vorbereitet auf den Weg ins Jenseits in die barmherzige Liebe Gottes. Er, wie auch P. Oswald, seien dem Gebet der Rundbriefleser empfohlen.


Jetzt noch in Kürze die wichtigsten Ereignisse der beiden letzten Monate. Beginnen wir wieder mit der Musik. Zum Abschluss des diesjährigen Orgelmeisterkurses vom 19. – 22. August fand als krönendes Ende ein großes Konzert der jungen Konzertmeister statt. Der nächste musikalische Höhepunkt war das Orgelkonzert „Magnificat“ zum Fest Mariä Geburt. An der Dreifaltigkeitsorgel spielte Anne Horsch, eine geborene Münchnerin und Schülerin des bekannten Orgelmeisters Prof. Franz  Lehndorfer und Prof. Harald Feller, vorwiegend Werke französischer Komponisten. Am Freitag, dem 27. September, fand unter Leitung von Herrn Ludwig Ruckdeschel eine „offene Klasse“ Orgelimprovisation statt mit einer 15- minütigen Orgelvorführung durch den Regensburger Bastian Fuchs. Das nächste Konzert im Rahmen der Schweiklberger Konzertreihe ist am Sonntag, dem 06. Oktober um 19.00 Uhr in der Abteikirche. Das Diözesanbläserensemble Passau spielt Festliche Musik für Bläser und Orgel.


Vom Konvent sei berichtet, dass vom 09. – 13. September Abt Anastasius Reiser von Peramiho und P. Christian Temu von Ndanda zur regulären Visitation zu uns kamen. Wir danken beiden Visitatoren für ihre guten Anregungen und Hilfestellungen. V. Abt Rhabanus nahm in Münsterschwarzach an der Jubiläumsfeier des 100. Jahrestages der Wiederbesiedlung der alten Abtei am 31. Juli 1913 und des 75. Jahrestages der Weihe des neuen Münsters am 11. September 1938 teil. P. Stephan Raster nahm vom 09. – 17. September am Treffen der Missionsprokuratoren in Schuyler/USA teil. P. Benedikt konnte am 08. September in seiner Pfarrei Neustift die Jubiläumsfeier zur 60-jährigen Gründung der Landjugend und am 22. September  die Errichtung der Pfarrei Neustift vor 50 Jahren feiern. Abt Rhabanus und Altabt Christian konzelebrierten beim Festgottesdienst. V. Abt und Br. Sebastian Aicher nahmen am Samstag, dem 28. September, am Jubiläumsgottesdienst für die Ordensjubilare der Diözese Passau teil. Etwa 20 Jubilare und Jubilarinnen feierten mit dem Diözesanadministrator Dr. Klaus Metzel den Festgottesdienst. Unsere Jubilare konnten leider aus Gesundheitsgründen nicht an diesem Fest teilnehmen.


Noch zu den Gästen, die im August und September wieder in größerer Zahl den Klostergastflügel und das St. Beda-Haus bevölkerten. Am 15. August traf unser Mitbruder P. Gregor Norbert Zeilinger aus El  Rosal zum Heimaturlaub ein. Er kann heuer den 40. Jahrestag seiner Priesterweihe (16. 09. 1973) und den 70. Geburtstag feiern. Einen längeren Aufenthalt in unserer Gemeinschaft nahm Pastor Michael Szelinski Döring von der evangelischen Trinitätskirche in Kiel. Er beteiligte sich eifrig am „Ora et labora“. Vom 01. – 06. September tagten im St. Beda-Haus Polizeiseelsorger, unter ihnen H.H. Pfr. Ischler, der schon früher öfter unser Gast gewesen war. Etwa 40 Ordensleute folgten am 21. September der Einladung der AGOP zum Studientag in unserem St. Beda-Haus über das Thema „Wenn der Glaube in die Jahre kommt“. Als Referentin konnte die stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Orden  Sr. Helene Wecker  die Leiterin der Seniorenpastoral der Erzdiözese München  Frau Dr. Marianne Habersetzer begrüßen. Ab 11. September bevölkern wieder 305 Realschüler unsere Schule, darunter mehr als 60 Neue. Zur Zeit laufen die Verhandlungen über die Neugestaltung unseres großen Sportplatzes.


Zum Schluss noch ein Totengedenken: Am 24. September verstarb in Nürnberg nach kurzer schwerer Krankheit der langjährige Liturgiewissenschaftler und Pastoraltheologe Prof. Dr. Karl Schlemmer im Alter von 76 Jahren. Herr Prof. Dr. Schlemmer war unserer Gemeinschaft sehr verbunden. Er hat auch die Promotionsarbeit von Herrn Domkapitular Dr. Hans Bauernfeind über unseren zweiten Abt Dr. Thomas Graf („Wie ein Sturmwind“) betreut.


Mit vielen guten Wünschen, vor allem für gute Gesundheit in der beginnenden kalten Jahreszeit, verbleibe ich

Ihr Schweiklberger Chronist   P. Matthäus Kroiss OSBd

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